Walter-Borjans zu CDU-Votum: Zu früh zum Gratulieren

20.04.2021 | Stand 22.04.2021, 6:14 Uhr

Jörg Carstensen/dpa/Archivbild

Die SPD hofft nach dem mehrheitlichen Votum des CDU-Bundesvorstandes für Parteichef Armin Laschet als Kanzlerkandidat der Union auf ein Ende des Unionsstreits zur K-Frage. «Es wäre zu wünschen, dass die CDU-Führung den unsäglichen Hahnenkampf heute Nacht beigelegt hat und beide Parteien - CDU und CSU - sich in dieser schweren Zeit für so viele Menschen im Land endlich wieder auf die Sachpolitik konzentrieren», sagte SPD-Chef Norbert Walter-Borjans am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Allerdings zweifelt der SPD-Vorsitzende, dass die CSU-Spitze einlenkt. «Als einer, der nicht nur Markus Söders Verhalten der letzten Tage gesehen hat, sondern dessen Meinung über Armin Laschet aus jahrelangem eigenem Erleben kennt, bin ich allerdings nicht sehr optimistisch, was vom angekündigten Treueschwur des Partei«freundes» aus Bayern zu halten ist», sagte Walter-Borjans. Er fügte hinzu: «Als politischer Wettbewerber und Nordrhein-Westfale kann ich Armin Laschet zum Abstimmungsergebnis beglückwünschen - zum Gratulieren ist es zu früh.»

Auch Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner ist sich nicht sicher, ob die K-Frage in der Union nun geklärt ist. «Die Union hat in den letzten Tagen so viele Pirouetten gedreht, dass ich es einfach nicht weiß», sagte Kellner am Dienstag in der Sendung «Frühstart» bei RTL/ntv. Aus Sicht des Grünen-Politikers hat der Machtkampf der Union aber geschadet. «Aus diesem Zweikampf geht niemand als Sieger hervor. Die Union hat sich da ziemlich zerlegt», sagte Kellner.