Verband kritisiert Absage von Schulproben scharf

12.05.2021 | Stand 14.05.2021, 5:13 Uhr

Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Der bayerische Realschullehrerverband hat das Aussetzen der Schulaufgaben im verbleibenden Schuljahr scharf kritisiert. Die Entscheidung müsse umgehend geändert werden, forderte der Landesvorsitzende Jürgen Böhm am Mittwoch in München. Die großen Leistungsnachweise seien wichtig, um die Qualität der Bildung aufrechtzuerhalten «und die erbrachten Leistungen und Lehrzuwächse aus der Zeit des Distanzunterrichts entsprechend zu würdigen».

«Hierbei einfach von oben herab in laufende pädagogische Prozesse einzugreifen, ist fahrlässig, demotiviert viele leistungsbereite Schüler und stößt engagierte Kolleginnen und Kollegen vor den Kopf», erläuterte Böhm. Er warf Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) zudem fehlende Kommunikation vor.

Der Minister hatte am Montag verkündet, dass die großen Leistungsnachweise an Realschulen, Gymnasien und Wirtschaftsschulen im restlichen Schuljahr entfallen sollen. Für Verwirrung sorgte dabei, dass in der offiziellen Weisung des Ministeriums an die Schulen erst von der Zeit nach den Pfingstferien die Rede war.

Den Zeitraum bis Pfingsten müsse man differenziert betrachten, erläuterte Piazolo am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. In den meisten Landkreisen kehrten die weiterführenden Schularten erst jetzt nach und nach in den Wechselunterricht zurück. Diese Schülerinnen und Schülern sollten ohne Druck durch Klausuren wieder einsteigen können.

«Aber wir haben den Sachverhalt, dass auch schon große Schulaufgaben terminiert sind», erläuterte Piazolo. «Da haben wir die Sonderregelung, die wir über die Schulaufsicht kommuniziert haben, dass die stattfinden können. Aber nur auf freiwilliger Basis und nur zur Notenverbesserung.»