Synagogen-Gedenkband über jüdisches Leben vorgestellt

25.04.2021 | Stand 27.04.2021, 5:06 Uhr

Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Nach knapp 20 Jahren ist ein rund 4000 Seiten dickes Gesamtwerk über jüdische Gemeinden und Synagogen in Bayern fertiggestellt worden. Die letzten beiden der fünf Teilbände sollten am Sonntag im Beisein von Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, im jüdischen Gemeindezentrum Shalom Europa in Würzburg präsentiert werden. Der bayerische Synagogen-Gedenkband unter dem Titel «Mehr als Steine» dokumentiert alle Synagogen, die in den 1930er Jahren in Bayern genutzt wurden.

Seit 2002 hatte ein interdisziplinäres Team aus Wissenschaftlern die über 200 ehemaligen jüdischen Gemeinden in Bayern erforscht. In Ortsartikeln wird die Entwicklung von jüdischen Gemeinden im Zusammenhang mit dem Bau ihrer Synagogen dargestellt. Die Artikel geben zudem Einblicke in das Leben von Rabbinern, Frauen oder jüdischen Lehrern. Es werde auch gezeigt, wie sich das Verhältnis zwischen Nichtjuden und Juden entwickelt habe, sagte der Leiter des Forschungsprojektes, Theologie-Professor Wolfgang Kraus.

Das Forschungsprojekt sei maßgeblich von der Evangelisch-Lutherischen Kirche und dem Freistaat Bayern finanziert worden.