Söder: Genesene Corona-Patienten Geimpften gleichgestellt

29.04.2021 | Stand 01.05.2021, 8:11 Uhr

Matthias Balk/dpa

Die Corona-Zahlen in Bayern gehen vielerorts langsam zurück. Für eine Entwarnung ist es aber nach den Worten des Ministerpräsidenten zu früh. Trotzdem kündigte er für kommende Woche eine Neuerung an.

Bayern will genesenen Corona-Patienten mit vollständig Geimpften und negativ Getesteten gleichstellen. «Wir werden nächste Woche die Gleichstellung von Genesen auf den Weg bringen», sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag nach einer Sitzung des CSU-Präsidiums mit der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) in München. Weitere Details nannte er zunächst aber nicht.

In dieser Woche hatte das Kabinett zweifach Geimpfte mit negativ Getesteten gleichgestellt. Das bedeutet etwa, dass sie bei einem Friseurtermin keinen negativen Test mehr vorlegen müssen. Nach Angaben von Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hatten bisher offene Detailfragen die Gleichstellung verhindert. Als Beispiele nannte er, wann eine Erkrankung als überstanden gelte und wie eine überstandene Erkrankung am besten nachgewiesen werden könne.

Trotz der leicht rückläufigen Corona-Infektionszahlen in Bayern warnte Söder vor voreiligen Lockerungsdebatten. Die Tendenz sei positiv, aber es gebe noch immer keinen Anlass aufzuhören, sagte er am Donnerstag in München. Die Inzidenz im Land entwickle sich in die richtige Richtung, es sei «aber noch lange nicht vorbei». Bayern befinde sich weiterhin auf einer sehr langen Zielgeraden.

vbw-Präsident Wolfram Hatz betonte, die Wirtschaft stehe im Kern hinter dem auf Vorsicht bedachten Corona-Kurs der Staatsregierung. Auch wenn die Belastungen für viele Unternehmen durch die Krise und die Auflagen «enorm» seien, sei der Weg richtig. «Wir glauben tatsächlich, dass eine strenger gehaltene Politik besser ist», sagte er. Gleichwohl habe die Wirtschaft zwei Wünsche an die Politik: So sollte die Außengastronomie «so bald als möglich» geöffnet werden und die Kommunikation müsse verbessert werden, da niemand mehr wisse, was gelte und was verboten sei.

Zudem brauche es weiter bei den Impfungen «Vollgas» durch eine schnelle Aufgabe der Priorisierungen und zügiges Impfen in Betrieben, sagte Söder. Auf diese Weise könne die Mobilisierung erhöht und auch wieder Perspektiven für die Wirtschaft geschaffen werden.

Am Mittwoch wurden nach Angaben von Holetschek bayernweit fast 170 000 Menschen gegen Corona geimpft. «Der bayerische Impfturbo läuft auf Hochtouren. Nahezu täglich stellen sich nun neue Impfrekorde ein», sagte er. Mehr als 118 000 Impfungen seien von Hausärzten verabreicht worden. «Die Ärzte sind innerhalb weniger Wochen eine tragende Säule der Impfstrategie geworden.»

An die Adresse des Koalitionspartners in Bayern, die Freien Wähler, betonte Söder: Die Inzidenz im Land sinke leicht, nicht sprunghaft. Daher könne auch noch nicht die «Freibadsaison» eröffnet werden. Die Freien Wähler sehen in jedem Lichtblick den Beginn eines Sommers, die CSU teile diese Auffassung nicht.

Das gelte auch für den Bereich der Schulen, wo die CSU die Lockerungsforderungen weiter kritisch sehe. «Wir nehmen den Bereich Schule sehr ernst», sagte Söder. Zur Wahrheit gehöre aber auch, «dass wir die mit Abstand höchsten Inzidenzen bei Kindern haben». Es sei ein gutes Signal, dass inzwischen auch Impfmöglichkeiten für Kinder in Aussicht stünden.