Kein „Stichtag“ mehr

Schulen auf oder zu? So wird das jetzt in Bayern entschieden

29.04.2021 | Stand 29.04.2021, 20:21 Uhr

−Symbolbild: Marcel Kusch/dpa

Von Katarina Cavar

Präsenzunterricht ja oder nein? Die Antwort auf diese Frage wird an Bayerns Schulen wieder unberechenbarer. Grund ist eine Regel-Änderung aus der Corona-Notbremse, die zum Montag in Kraft tritt.

Zuletzt galten die Freitage als „Stichtage“: Lag in einer kreisfreien Stadt oder einem Landkreis der Sieben-Tage-Inzidenzwert am Freitag unter 100, galt für die gesamte nächste Schulwoche Präsenz- beziehungsweise Wechselunterricht. Lag der Wert über 100, wurde weitgehend auf Distanzunterricht umgestellt. So einen festen „Stichtag“ gibt es nun aber nicht mehr.



Bereits vergangene Woche hatte das Bayerische Kabinett beschlossen, Schulöffnungen in der Corona-Pandemie weiterhin strenger zu regeln als in der Notbremse des Bundes festgelegt. Statt 165 gilt in Bayern weiter der Inzidenzwert von 100, ab dem Schüler wieder von zu Hause aus lernen müssen. Ausgenommen sind hiervon nur Abschlussklassen sowie Elft- und Viertklässler. Auch mit der leicht angepassten Version der bayerischen Corona-Notbremse hat sich daran nichts geändert.

Der Zeitpunkt ist entscheidend

Lediglich in einem Punkt wurde die Regelung für Schulöffnungen in Bayern an die Bundesnotbremse angepasst: bei der Frage, ab welchem Zeitpunkt das Über- oder Unterschreiten der 100er-Inzidenz entscheidend wird. Dazu erklärt das Kultusministerium auf seiner Webseite: „Überschreitet ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt den jeweiligen Schwellenwert an drei aufeinander folgenden Tagen, treten die entsprechenden Maßnahmen ab dem übernächsten Tag in Kraft.“

Dazu gab das Ministerium auch ein Beispiel: Wenn der Inzidenzwert von 100 etwa am Sonntag, Montag und Dienstag überschritten wird, gilt ab Donnerstag Distanzunterricht - außer eben für Abschlussklassen sowie Elf- und Viertklässler. So kann es also wieder passieren, dass Eltern plötzlich unter der Woche ihre Kinder wieder zu Hause betreuen müssen. Mit der bisherigen „Freitag als Stichtag“-Regel, war das zuvor bewusst vermieden worden.

Umgekehrt gilt: Unterschreitet eine Region die 100er-Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Tagen, ist ab dem übernächsten Tag wieder Präsenzunterricht möglich. „Maßgeblich ist jeweils der vom Robert-Koch-Institut im Internet veröffentlichte Wert“, so das Kultusministerium.

Betreuungsgemeinschaften bleiben erlaubt

Für den Fall, dass Eltern ihre Kinder im Homeschooling kurzfristig nicht selbst zu Hause betreuen können, weist das Ministerium darauf hin, dass weiter eine Notbetreuung angeboten wird. Für diese sei ein negativer Covid-19-Test nötig. Außerdem erklärte Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag, dass zwischen Familien "die wechselseitige, unentgeltliche, nicht geschäftsmäßige Beaufsichtigung von Kindern unter 14 Jahren in festen, familiär oder nachbarschaftlich organisierten Betreuungsgemeinschaften" erlaubt bleibe, wenn dies die Kinder aus dem eigenen und höchstens einem weiteren Hausstand umfasst.