Säugling und Senior misshandelt?: Pflegerin vor Gericht

15.04.2021 | Stand 15.04.2021, 12:11 Uhr

Uli Deck/dpa/Illustration/Symbolbild

Eine wegen schwerer Misshandlungen von Schutzbefohlenen angeklagte Pflegerin hat eine gewaltsame Attacke auf einen alten Mann bestritten. Sie steht in Traunstein vor Gericht, weil sie in einem Seniorenzentrum mit dem kiloschweren Teil eines Rollstuhls auf ihren bettlägerigen Alzheimer-Patienten eingeschlagen haben soll. Die Vorwürfe stritt die 52 Jahre alte Pflegerin zum Prozessbeginn am Donnerstag ab, wie die Vizepräsidentin des Landgerichts Traunstein, Andrea Titz, sagte. Sie habe angegeben, den Senior schon mit blutenden Wunden gefunden zu haben.

Die Frau ist auch angeklagt, weil sie ein Baby in ihrer Obhut misshandelt haben soll. Sie hatte Anfang 2018 im Landkreis Traunstein einen frühgeborenen Buben betreut, der unter anderem künstlich beatmet wurde. Laut Anklage unterlief ihr ein Fehler und ein Absaugungsschlauch drang zu tief in die Lunge des kleinen Jungen ein. Als das Beatmungsgerät Alarm schlug, soll sie - statt dem Kind zu helfen - den Stecker des Gerätes gezogen haben. Weil die Oma des Kindes eingriff, konnte Schlimmeres verhindert werden.

Diese Vorwürfe räumte die Angeklagte nach Gerichtsangaben ein. Sie begründete die Tat demnach mit Panik und damit, in der Situation einfach überfordert gewesen zu sein.

Nach dem Vorfall trat sie den Dienst in einem Seniorenzentrum im Landkreis Mühldorf am Inn an, wo sie dann in einer Nachtschicht auf den alten Mann eingeschlagen haben soll.