Südostbayern

Ruhige Freinacht: Wenig Randale aber viele Corona-Verstöße

01.05.2021 | Stand 01.05.2021, 15:17 Uhr

−Foto: Patrick Seeger/dpa

Die Corona-Auflagen haben in der diesjährigen Freinacht kaum Menschen in der Region zu Randale auf die Straßen gelockt. Wie die Polizei berichtet, kam es dafür aber zu vielen Corona-Verstößen.

„In Niederbayern war es vergleichsweise ruhig“, sagt ein Sprecher des Präsidiums auf Nachfrage der PNP. Insgesamt kam es in zu 17 Einsätzen, die einen Bezug zur Freinacht vermuten lassen - darunter neun Ruhestörungen, fünf leichtere Körperverletzungen und drei Sachbeschädigungen.



Eier und Schmierereien an Zwieseler Realschule

Nicht lassen konnten es zum Beispiel ein paar Unruhestifter im Bayerwald. Eine Zeitungsausträgerin stellte am Samstagmorgen fest, dass die Realschule in Zwiesel (Landkreis Regen) mit Graffiti beschmiert und die Eingangstüre mit Eiern beworfen wurde. Die Polizei schätzt den Schaden auf etwa 500 Euro und sucht noch Zeugen.

Deutlich größer sei allerdings die Zahl der festgestellten Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetzt: Rund 80 Mal musste die Polizei in Niederbayern eigenen Angaben nach eingreifen. In Deggendorf traf die Polizei am Freitagabend im Bereich der Donaupromenade beispielsweise auf 20 Menschen.

Zahlreiche Corona-Verstöße in Oberbayern

Kaum Einsätze hatte die Polizei im südlichen Oberbayern. Wie ein Sprecher des Präsidiums auf Nachfrage der PNP bekannt gab, verzeichnete die Polizei etwa 20 Ruhestörungen und Sachbeschädigungen. Ob diese aber in Zusammenhang mit der Freinacht stehen, könne man nicht sagen, so der Sprecher.

Bei der Einhaltung der aktuellen Corona-Beschränkungen zeichnet sich ein ähnliches Bild. Die Polizei registrierte im südlichen Oberbayern insgesamt 119 Verstöße: 83 davon gegen die geltenden Kontaktbeschränkungen, 33 gegen die nächtliche Ausgangssperre und dreimal wurde gegen die Maskentragepflicht verstoßen.

Privatfeier in Laubenanbau

Zur einer „Corona-Party“ mit Alkohol und lauter Musik hatten sich zwölf junge Erwachsene in einem Laubenanbau bei Eggstätt (Landkreis Rosenheim) getroffen. Die 19- bis 30-Jährigen kamen nicht nur aus unterschiedlichen Haushalten, sondern trugen auch keine Masken und achteten nicht auf den Mindestabstand. Nach einer Mitteilung aus der Bevölkerung löste die Polizei die Party gegen 21 Uhr auf.

Noch mehr junge Menschen sollen sich auf einem Sportplatz in Mühldorf am Inn getroffen haben. Bei der Polizei wurde gemeldet, dass dort etwa 40 Jugendliche „abhängen“. Als die Beamten das gegen 19.45 überprüfen wollten, flüchteten diese in alle Richtungen - nur eine Tasche mit einer geringen Menge Marihuana wurde zurückgelassen. Die Polizei konnte deshalb nur sieben Personen im Alter zwischen 16 und 21 Jahren kontrollieren. Ein 18-Jähriger aus Waldkraiburg gab zunächst falsche Personalien an und muss deshalb mit einer Anzeige rechnen.

Kein Vandalismus in der Oberpfalz

Friedlich verlief die Nacht in der Oberpfalz. Wie das Präsidium mitteilte, kam es zwar vereinzelt zu Ruhestörungen, beschädigte wurde allerdings nichts. Auffälliger seien auch hier die Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz. In etwa 70 Fällen hielten sich Menschen nicht an Kontaktbeschränkung und Ausgangssperre.

Wenige Streiche im Rest Bayerns

Ganz blieb der Brauch auch im restlichen Freistaat in diesem Jahr nicht aus. Im schwäbischen Rain (Landkreis Donau-Ries) legten Unbekannte Mist vor einem Hauseingang ab. Im oberfränkischen Coburg zündeten Jugendliche in einer Tiefgarage eine Toilette an. Einen fremden Maibaum versuchten Unbekannte in den frühen Morgenstunden in Hainsfarth (Landkreis Donau-Ries) zu fällen. „Die Nachbarn wachten jedoch durch das Sägegeräusch auf“, teilte die örtliche Polizei mit. Die Täter flohen.

Die Freinacht vom 30. April zum 1. Mai wird vor allem von Jugendlichen heutzutage häufig für Streiche genutzt, teils kommt es aber auch zu Vandalismus. Innenminister Joachim Herrmann hatte bereits im Vorfeld zur Zurückhaltung aufgerufen. Corona mache auch vor Scherzbolden nicht halt, so der Innenminister.

2020: Bayernweit rund 600 Einsätze

Schon 2020 waren ebenfalls wegen der Ausgangssperre deutlich weniger Menschen in der Nacht zum 1. Mai unterwegs als sonst. Damals gab es in ganz Bayern laut Innenminister Joachim Herrmann 594 Einsätze - 2019 zuvor waren es rund 1000 mehr.

− ajk/dpa