Regeln für den Handel: Mieses Wetter und Untergangsstimmung

12.04.2021 | Stand 13.04.2021, 23:24 Uhr

Stefan Puchner/dpa/Archivbild

Der bayerische Handel ist mit den neuen Regelungen zu Ladenöffnungen schlecht in die Woche gestartet. «Ein Händler hat mir gesagt: «Es ist Montag, mieses Wetter und Untergangsstimmung», fasste der Geschäftsführer des Handelsverbandes Bayern, Bernd Ohlmann, die Lage zusammen. Viele Händler würden angesichts der nun geltenden Regeln «die Hände über dem Kopf zusammenschlagen».

Seit Montag gelten vor allem zwei Änderungen. Zum einen verlieren Baumärkte, Buchgeschäfte, Blumenläden oder Schuhgeschäfte das Privileg, als Geschäfte des täglichen Bedarfs unabhängig von der Inzidenz öffnen zu dürfen. Das habe am Montag häufig zu Problemen geführt, weil Kunden überrascht wurden. «Die standen dann verwundert vor der Türe und waren wütend, wenn sie nicht rein durften», sagt Ohlmann. Auch hier sei der Handel vor Ort wieder einmal das Ventil und bekomme den Ärger der Menschen ab.

Die andere neue Regel ist, dass bei Inzidenzen über 100 Geschäfte für Kunden mit Termin und aktuellem negativen Schnelltest öffnen dürfen. Bislang war hier nur Abholung erlaubt. «Da würde man zunächst denken, dass das eine Verbesserung ist», sagt Ohlmann. «Aber dadurch, dass die Messlatte so hoch gelagert ist, ist es nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.» Das Interesse der Kunden sei bisher nur sehr gering, und auch Erfahrungen aus anderen Bundesländern zeigten, dass der Umsatz sinke. «Für viele Unternehmen stellt sich da die Frage, ob der Aufwand den Nutzen wert ist», sagt Ohlmann.