Missbrauchsexperte: Marx-Rücktritt «wichtiges Zeichen»

04.06.2021 | Stand 07.06.2021, 22:32 Uhr

Matthias Balk/dpa/Archivbild

Der Jesuitenpater und Mitglied der Päpstlichen Kinderschutz-Kommission, Hans Zollner, hält das Rücktrittsangebot von Kardinal Reinhard Marx für ein «außerordentlich wichtiges Zeichen». «Kardinal Marx zeigt, dass die Botschaft und die Glaubwürdigkeit der Kirche und ihrer Amtsträger wichtiger sind als die persönliche Stellung», sagte Zollner der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Dies verdiene große Hochachtung. Zollner ist Mitglied der 2014 eingerichteten Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen.

Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, bot Papst Franziskus seinen Rücktritt an. Er habe den Papst in einem Brief vom 21. Mai gebeten, «seinen Verzicht auf das Amt des Erzbischofs von München und Freising anzunehmen und über seine weitere Verwendung zu entscheiden», teilte das Bistum am Freitag mit. Es gehe für ihn darum, Mitverantwortung für die Katastrophe des sexuellen Missbrauchs durch Amtsträger der Kirche in den vergangenen Jahrzehnten zu tragen, hieß es weiter.