Corona-Pandemie

Minister: Impfangebot für Schüler bis Ferienende

18.05.2021 | Stand 18.05.2021, 7:47 Uhr

−Foto: Sven Hoppe/dpa

Bis zum Ende der Sommerferien soll allen Schülern ab zwölf Jahren eine Corona-Impfung angeboten werden. Das kündigte Gesundheitsminister Klaus Holetschek an.

An einem Gymnasium im Münchner Vorort Planegg können sich Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren am Freitag gegen das Coronavirus impfen lassen. Eine niedergelassene Praxis habe dies der Schule kurzfristig angeboten, sagte der Schulleiter Matthias Spohrer am Montag in Planegg. Die Biontech-Impfdosen seien den Ärzten regulär zugeteilt worden. Alle priorisierten Patienten der Praxis seien bereits geimpft.

„So entstand in Absprache mit dem Landratsamt München und nach Wegfall der Priorisierung in Bayern der Vorschlag, die Jugendlichen ab 16 in unserer Schule zu impfen“, sagte Spohrer. Zuvor hatte die „Süddeutsche Zeitung“ darüber berichtet. Bayerns Hausärzte dürfen Patienten ab diesem Donnerstag (20. Mai) unabhängig von der Impfreihenfolge mit sämtlichen Corona-Impfstoffen impfen.

835.000 Schüler zwischen zwölf und 18 Jahren

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) kündigte unterdessen in der „Augsburger Allgemeinen“ (Dienstag) Vorbereitungen an, um bis zum Ende der Sommerferien allen Schülern sogar ab zwölf Jahren eine Corona-Impfung anzubieten und den Präsenzunterricht im kommenden Schuljahr zu sichern. In Bayern gibt es rund 835.000 Schüler zwischen zwölf und 18 Jahren.

„Sofern der Impfstoff zugelassen wird, gehe ich davon aus, dass jede Schülerin und sogar jeder Schüler ab zwölf Jahren bis zum Ende der Sommerferien ein Impfangebot bekommt“, sagte der Minister der Zeitung. Die Impfung der Schüler würde Schulen mehr Optionen eröffnen; es wäre auch wieder mehr Präsenzunterricht möglich.

Auch der Planegger Schulleiter Spohrer hält die Immunisierung der Jugendlichen für sinnvoll. Die Sieben-Tage-Inzidenz bei dieser Altersgruppe liege um ein Vielfaches höher als bei Älteren. Außerdem schützten geimpfte Jugendliche ihre Kontaktpersonen in der Schule und in der Familie. Aus diesem Grund habe sich die Schulleitung entschieden, das Angebot anzunehmen und die Umsetzung vor Ort zu organisieren. Man habe das Angebot an die Familien weitergeleitet und darauf aufmerksam gemacht, dass es „absolut freiwillig“ sei.

Impfzentren einbinden

Holetschek sagte in der „Augsburger Allgemeinen“ weiter, derzeit werde ein Konzept erarbeitet, wie die Impfungen für Schüler logistisch organisiert werden könnten. „Wir wollen die Impfzentren einbinden und prüfen, ob auch an den Schulen selbst geimpft werden kann.“ Auch die Haus-, Kinder- und Jugendärzte sollten eingebunden sein.

Der Gesundheitsminister forderte vom Bund zusätzliche Impfdosen über die jetzigen Kontingente, die bei Biontech derzeit ab 16 Jahren zugelassen sind. „Der Impfstoff für Schüler muss komplett vom Bund zur Verfügung gestellt werden – so ist es vereinbart“, sagte Holetschek. Aber: „Es ist wichtig, dass er nicht anderswo fehlt.“

Die Staatsregierung hatte vergangenen Mittwoch angekündigt, die Priorisierung bei den Hausärzten für Corona-Impfungen im Laufe dieser Woche aufzuheben.

− dpa