Statistik 2023 für die Oberpfalz
Mehr Tote im Straßenverkehr und signifikanter Anstieg bei verunglückten Senioren

22.02.2024 | Stand 22.02.2024, 18:08 Uhr

Bei diesem Unfall auf der A3 bei Barbing starb ein Lkw-Fahrer, als er in ein Stauende fuhr. Foto: Lex

Es kracht wieder öfter auf den Straßen in der Oberpfalz: Das Polizeipräsidium verzeichnete 2023 einen deutlichen Anstieg der Verkehrsunfälle. Durchschnittlich gab es etwa 100 Unfälle pro Tag im Zuständigkeitsbereich zwischen Regensburg und Waldsassen, zwischen Wörth und Neumarkt. Besonders tragisch: Deutlich mehr Menschen kamen dabei ums Leben.



Insgesamt 35888 Verkehrsunfälle wurden laut der am Donnerstag vorgestellten Vekehrsunfallstatistik registriert, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 3,0 Prozent darstellt (2022: 34828). Bei 4150 Unfällen wurden Personen verletzt. Ein Anstieg um 4,9 Prozent. Mit 57 Verkehrstoten verloren 16 Personen mehr ihr Leben als im Jahr zuvor. „Mit 57 Verkehrstoten sind nicht nur statistische Werte betroffen, sondern vor allem das Leben von Menschen und die Schicksale von Familien. Jeder Verkehrstote ist einer zu viel, und die dadurch entstehenden emotionalen Belastungen sind unermesslich“, ordnet Polizeivizepräsident Robert Fuchs die signifikante Zunahme ein. Besonders alarmierend sei, dass zehn der Verkehrstoten den vorgeschriebenen Sicherheitsgurt nicht angelegt hatten. Der Sicherheitsgurt sei in Verkehrsunfällen ein entscheidender Schutzfaktor und könnte in vielen Fällen Leben retten, heißt es in der Pressemitteilung zu den jüngsten Zahlen.

Viele Unfälle mit Rad und Pedelec



Die vermehrten Unfälle auf Landstraßen und die dort gestiegene Anzahl von 33 Verkehrstoten zeigten die Notwendigkeit, besonders auf Landstraßen die Geschwindigkeit zu reduzieren und an Kreuzungen sowie Einmündungen aufmerksam zu sein. Besorgniserregend sei auch ein neuer Höchststand von acht getöteten Rad- und Pedelec-Fahrern, heißt es weiter. Auch mehr Verletzte habe es in diesem Sektor gegeben, insbesondere bei älteren Nutzern.

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Die Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Senioren erreichten 2023 einen Höchstwert im Zehn-Jahres-Vergleich. Laut Statistik stiegen diese um 9,6 Prozent. Damit waren an 2520 Unfällen ältere Personen beteiligt. 18 Senioren (Vorjahr: 8) verloren ihr Leben. Zudem bedeuteten 625 Verletzte eine Zunahme um 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 287 Kinder (+ 17,6 Prozent) wurden bei Unfällen verletzt, ein Kind starb.

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442 Unfälle ereigneten sich unter Alkoholeinfluss, was laut Polizeipräsidium einen Rückgang um 5 Prozent bedeutet. Bei diesen Unfällen wurden 249 Personen verletzt und vier Menschen getötet. In 1715 Fällen stoppten Polizeibeamte Fahrten unter Alkoholeinfluss bevor etwas passieren konnte. Zusätzlich zu den alkoholbedingten Unfällen gab es 40 weitere Verletzte und zwei Tote bei 58 Unfällen unter dem Einfluss von berauschenden Mitteln. Die Oberpfälzer Polizei stoppte 1158 Mal Personen, die unter dem Einfluss von Drogen am Steuer saßen.

Polizeivizepräsident warnt vor Cannabis



Polizeivizepräsident Robert Fuchs warnt deshalb in der Pressemitteilung vor dem geplante Gesetz zum kontrollierten Umgang mit Cannabis. Dies werde sich seiner Meinung nach negativ auf die Verkehrssicherheit auswirken: „Ein Konsum von Alkohol oder Drogen ist mit einer sicheren Verkehrsteilnahme nicht zu vereinbaren. Durch eine Legalisierung wäre die Wirkung von Cannabis weiter verharmlost, häufige Fehleinschätzungen der eigenen Fahrtüchtigkeit mit dann erheblichen Auswirkungen auf die Straßenverkehrssicherheit sind hier vorprogrammiert.“

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Auch Ablenkungen führen immer wieder zu schweren Unfällen. 2023 gab es hier neun Schwer- und 63 Leichtverletzte. Die Dunkelziffer liege weitaus höher. Die Ablenkung durch die Nutzung von Mobilgeräten sei eine der regelmäßig unterschätzten Ursachen für Verkehrsunfälle. Das Risiko steige dabei nicht nur für den Fahrer selbst, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer.