Maikäfer machen Landwirten im Bayerischen Wald zu schaffen

31.05.2021 | Stand 01.06.2021, 22:51 Uhr

Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

In der Dämmerung sind sie aktiv: Tausende Maikäfer schwärmen im Bayerischen Wald allabendlich aus und werden für Anwohner zur Plage. Landwirte sind besonders betroffen.

Im Bayerischen Wald ist 2021 ein Flugjahr für Maikäfer. Im dreijährlichen Zyklus tauchen die dicken braunen Brummer dort auf. Ihr einziges Ziel: sich vermehren. Die Weibchen legen in Wiesen ihre Eier ab, die im Boden zu Larven werden und sich von Graswurzeln ernähren. Für Landwirte bedeutet das im folgenden Jahr einen massiven Ernteausfall, wie Siegfried Jäger, Kreisobmann beim Bayerischen Bauernverband (BBV) in Freyung, sagt. Landwirte müssten dann Futter für ihr Vieh zukaufen. Er fordert die Zulassung eines Schädlingsbekämpfungsmittels oder Ausgleichszahlungen für Landwirte.

Karl Haberzettl vom Bund Naturschutz (BN) in Passau pflichtet Jäger bei, dass die Maikäfer für die Landwirte ein Problem seien. Bis zu 200 Eier könne ein Weibchen legen. Eine Wiese halte zehn bis 15 Larven - auch Engerlinge genannt - je Quadratmeter gut aus. In Spitzenzeiten seien es aber bis zu 150 Larven je Quadratmeter Wiesenfläche. Diese Wiesen gingen kaputt.

Wenn gegen die Käfer keine Chemie eingesetzt werden soll, dann müssten die Landwirte eine finanzielle Entschädigung für das abgestorbene Gras bekommen, findet auch Haberzettl. Der BN-Mann sieht aber durchaus auch im Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln eine Option - allerdings nur, wenn es gezielt auf Buchen oder Ahorn gesprüht werde. Denn von deren Blättern ernähren sich die Wiesen-Maikäfer, anders als Wald-Maikäfer, die in Eichen säßen und ihre Eier statt in Wiesen in den Waldboden legen.

Siegfried Jäger vom BBV fordert mehr Unterstützung von Behörden und aus der Politik. Er hatte sich schon für dieses Jahr eine Zulassung für ein Schädlingsbekämpfungsmittel erhofft. Der Maikäfer habe sich in den vergangenen Jahren stark vermehrt, das betroffene Gebiet in Niederbayern werde immer größer. Auch im Allgäu beispielsweise hätten Milchbauern mit Schäden durch Maikäfer zu kämpfen

Die Engerlinge leben drei Jahre im Erdboden, bis sie sich verpuppt und in einen Käfer verwandelt haben. Die Käfer graben sich aus, fliegen in Bäume, fressen, vermehren sich und legen Eier, ehe sie sterben. Die Eier entwickeln sich im Laufe von drei Jahren wieder in Käfer und der Zyklus beginnt neu. Aus Sicht von Haberzettl könnten Buchen rechtzeitig vor dem Maikäferflug besprüht und die Maikäfer-Populationen zumindest auf ein verträgliches Maß reduziert werden.

Noch in der ersten Juni-Hälfte wollen sich Landwirte und Naturschützer mit Behördenvertretern zusammensetzen, um über eine Lösung des Problems für künftige Jahre zu sprechen.