Landkreise fordern regional gerechte Impfungen durch Ärzte

19.05.2021 | Stand 21.05.2021, 5:45 Uhr

Federico Gambarini/dpa/Symbolbild

Aus Sicht des bayerischen Landkreistages sollte auch die Zahl der über die Ärzte vergebenen Impfungen gegen das Coronavirus an der regionalen Einwohnerzahl bemessen werden. Abgesehen von Sonderkontingenten etwa für besonders stark getroffene Regionen sei die Verteilung der Impfstoffe an die Impfzentren der Landkreise und kreisfreien Städte einwohnergerecht, sagte der Präsident des Landkreistages, Christian Bernreiter, am Mittwoch in München. Seit jedoch auch die Haus- und Fachärzte mitimpften, gebe es starke Verschiebungen. «Das führt zu großem Unmut.»

Die Ärzte erhielten über das Bundesgesundheitsministerium in der Summe inzwischen mehr Dosen als die Impfzentren, erläuterte der Deggendorfer Landrat. Allerdings würden Gebiete mit geringer Ärztedichte benachteiligt. Zugleich könnten Dosen, die etwa wegen nicht besetzter Praxen nicht abgerufen werden, aufgrund der Zuständigkeiten nicht an die Impfzentren übertragen werden, sagte der CSU-Politiker. «Da ist ein starres System, das so nicht hält.»

Die Landrätinnen und Landräte sprachen sich nach ihrer Versammlung auch für den Erhalt einer guten, wohnortnahen Krankenhausstruktur aus. «Die aktuellen Entwicklungen stehen weder mit den vielfach geforderten gleichwertigen Lebensverhältnissen im Einklang noch werden sie den Anforderungen im Katstrophen- oder Pandemiefall gerecht», hieß es in einem Forderungspapier für die anstehende Bundestagswahl. «Allen voran wegen der Versorgungssicherheit im gesamten Land muss die Ausdünnung der Krankenhausstrukturen über eine zunehmende Verknappung der Erlöse ein Ende haben.»