Kardinal Marx will Kollegen keine Vorschriften machen

04.06.2021 | Stand 07.06.2021, 22:34 Uhr

Matthias Balk/dpa

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx will seinen angekündigten Rücktritt nicht als Aufruf an andere Amtsträger wie den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki verstanden wissen, seinem Schritt zu folgen. «Ich möchte auf die Mitbrüder da nicht einwirken», sagte Marx am Freitag in München. Er trage Verantwortung für das Erzbistum München und Freising und habe eine ganz persönliche Entscheidung getroffen. «Jeder muss seine Verantwortung wahrnehmen in der Art und Weise, wie er es tut. Und da kann ich keinem Vorschriften machen und möchte es auch nicht.»

Marx betonte, die Frage nach seinem Amtsverzicht bewege ihn schon längere Zeit. «Und so ist es eben dazu gekommen, dass ich mir seit Anfang des Jahres Gedanken mache und dann in der Karwoche, in der Fastenzeit und in der Osterzeit das auch für mich geistlich bedacht habe im Gebet.»

Marx hatte Papst Franziskus am Freitag seinen Rücktritt angeboten. In einem Brief vom 21. Mai bittet er darum, dass ihn der Papst aus dem Bischofsamt entlässt. Er wolle damit Mitverantwortung tragen für die Katastrophe des sexuellen Missbrauchs durch Amtsträger der Kirche in den vergangenen Jahrzehnten, schrieb Marx dem Papst.