Im Sportwagen erschossen: Mordprozess gegen Barkeeper

26.04.2021 | Stand 28.04.2021, 5:33 Uhr

Sven Hoppe/dpa

Ein junger Mann erschossen in einem teuren Sportwagen: Das Verbrechen in München machte im vergangenen Jahr Schlagzeilen. Nun startet der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter. Die Verhandlung findet im Hochsicherheitssaal statt - möglicherweise aus gutem Grund.

Gut ein Jahr, nachdem ein junger Mann in München in seinem teuren Sportwagen mit Schüssen in den Kopf getötet worden ist, beginnt am Montag (9.00 Uhr) der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter. Der 24 Jahre alte Barkeeper ist angeklagt, den Mann ermordet zu haben, damit er 8000 Euro Schulden nicht zurückzahlen musste. Hintergrund sollen Kokaingeschäfte sein.

Eine Passantin hatte die Leiche des 25-Jährigen auf dem Fahrersitz des abgestellten Sportwagens im Münchner Stadtteil Am Hart bemerkt. Laut Staatsanwaltschaft wurde er mit zwei Schüssen in den Kopf und einem Schuss in den Nacken getötet.

Der angeklagte gebürtige Münchner habe mit dem Opfer kommuniziert und sei offenkundig am Tatort mit ihm verabredet gewesen. Außerdem wurden nach Angaben der Ermittler im Auto Spuren gefunden, die den Barkeeper weiter belasten. Spezialeinsatzkräfte nahmen ihn damals in der Wohnung seiner Freundin fest.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der vorher wegen Fahrens ohne Führerschein oder Schwarzfahrens aufgefallene Angeklagte den 25-Jährigen heimtückisch und aus Habgier umbrachte. Bei einem Nachweis seiner Schuld droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Doch nicht nur das angeklagte Verbrechen ist bemerkenswert. Der Angeklagte machte auch Schlagzeilen, weil er im Februar dieses Jahres eine filmreife Flucht aus der Justizvollzugsanstalt Stadelheim hinlegte, wo er sich in Untersuchungshaft befindet. In einem Lastwagen gelang es ihm, aus dem Gefängnis zu entkommen. Allerdings wurde er noch am selben Tag in einer Großfahndung schon wieder gefasst.

Die Sicherheitsvorkehrungen in dem berühmten Münchner Gefängnis standen nach dem Vorfall auf dem Prüfstand. Das Justizministerium ging davon aus, dass der Angeklagte bei seiner Flucht Hilfe von einem Gefangenen hatte.

Für den Prozess gegen den 24-Jährigen sind zwölf Verhandlungstage angesetzt. Der Verhandlungsauftakt findet im Hochsicherheitssaal der Münchner Justiz im Keller der JVA statt.