Holzspäne statt Tabak: Abgaben hinterzogen

21.05.2021 | Stand 23.05.2021, 8:51 Uhr

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Mit Hilfe von gefärbten und aromatisierten Holzspänen soll eine international agierende Schmugglerbande Abgaben für Wasserpfeifentabak hinterzogen haben. Allein in Deutschland geht der Zoll davon aus, dass der Schaden bei rund 385.000 Euro liegt, wie er am Freitag mitteilte. Bereits Anfang Mai waren zwei Männer festgenommen worden, als sie 1,6 Tonnen Tabak gegen ein Imitat austauschten. Gegen sie erging Haftbefehl. Der Fall wurde laut Zoll aus ermittlungstaktischen Gründen erst jetzt publik gemacht.

Den Ermittlungen zufolge soll eine insgesamt siebenköpfige Gruppe Wasserpfeifentabak aus Dubai über Istanbul nach Deutschland gebracht haben. Von einer Spedition in Mönchengladbach aus sollte die Ware zum Schein wieder ausgeführt werden, vermutlich nach Georgien, wie es vom Zoll heißt. Dadurch wären weder Zoll noch Einfuhrumsatzsteuer noch Tabaksteuer zu bezahlen gewesen. Der Tabak sei aber bereits auf dem Weg nach Mönchengladbach in der Nähe von Nürnberg durch ein Imitat aus gefärbten und aromatisierten Sägespänen ersetzt worden. Dadurch wäre der echte Tabak unverzollt in Deutschland geblieben.

Bereits am Tag der Festnahme der beiden Männer kam es auch zu Durchsuchungen in Nürnberg, Nordrhein-Westfalen sowie in Ungarn, wo ein weiterer Tatverdächtiger festgenommen wurde. Bei den Maßnahmen wurden zudem zwei Fahrzeuge, zwei Tonnen echter und gut fünf Tonnen imitierter Wasserpfeifentabak und 13.000 Euro Bargeld sichergestellt.

Insgesamt besteht laut Zoll der Verdacht, dass die Gruppe seit Mai 2020 mindestens zehn Tonnen Wasserpfeifentabak auf den Schwarzmarkt in Deutschland gebracht hat. In Ungarn, wo die Ermittler die Produktionsstätte des Imitat-Tabaks vermuten, gehen sie sogar von Steuer-Nachforderungen in Höhe von 1,8 Millionen Euro aus. Die Ermittlungen laufen.