Holetschek pocht auf bundesweite Impfpass-Lösung

14.05.2021 | Stand 16.05.2021, 8:42 Uhr

Peter Kneffel/dpa/archivbild

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) will in der Debatte um digitale, fälschungssichere Corona-Impfnachweise «keine Insellösungen». «Es ist notwendig, dass wir den digitalen Impfpass bundesweit haben», sagte er am Freitag bei der Besichtigung eines Impfzentrums im oberbayerischen Ebersberg. «Es muss schon eine bundeseinheitliche Lösung sein.» Auf die Frage, warum sich die Politik erst jetzt - knapp ein halbes Jahr nach Beginn den ersten Corona-Impfungen in Deutschland - mit fälschungssicheren Impfnachweisen befasse, sagte er, die Frage nach Lockerungen für Geimpfte seien «Entwicklungen, die in den letzten Wochen» aufgekommen seien. Zudem habe man auf Vorgaben der Europäischen Union warten müssen. Bayern wolle dem Bund aber Druck machen: «Da können wir insgesamt alle noch besser werden.»

Dem Landkreis Ebersberg im Südosten von München geht das alles nicht schnell genug. Die Behörden dort haben darum ein gemeinsames Impfpass-Projekt mit dem Magdeburger Unternehmen «Alive» gestartet. Dabei werden die Impfdaten nicht an den Namen, sondern an die jeweilige Personalausweis-Nummer geknüpft. Ein QR-Code, der den Impfstatus nachweisen soll, ist nur 60 Sekunden gültig und könne darum nicht kopiert werden. Absolut fälschungssicher sei das, sagte «Alive»-Geschäftsführer Martin Behmann - und völlig unkompliziert. Die App stehe sofort und kostenlos bereit und sei mit Datenschützern und allen entsprechenden Behörden abgestimmt. Nach Angaben Behmanns begann sein Unternehmen schon im Dezember 2020 mit der Entwicklung.

«Das Ebersberger Modell ist ein interessantes Modell», sagte Holetschek zwar dazu, betonte aber, dass Deutschland auf den digitalen Impfpass setzt, der unter der Führung des amerikanischen Technologiekonzerns IBM entstehen soll.