Hochwasserlage in Franken entspannt: Pegelstände fallen

12.07.2021 | Stand 13.07.2021, 22:34 Uhr

Nicolas Armer/dpa

Wiesen, Straßen, Sportplätze, Keller - alles stand in Franken am Freitag unter Wasser. Die Fluten sind zurückgegangen, die Pegelstände der Flüsse sinken. Es bleibt die Hoffnung, dass nach neuem Regen nicht alles von vorn anfängt.

Nach dem Hochwasser in Folge von Dauerregen am vergangenen Freitag hat sich die Lage in großen Teilen Frankens entspannt. Lediglich an einem Pegel in der Nähe von Höchstadt werde am Fluss Aisch noch die zweithöchste Meldestufe 3 erreicht, teilte das bayerische Landesamt für Umwelt am Montag mit. Auch dort sei die Tendenz aber langsam fallend.

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) warnte vor weiteren Hochwasser-Ereignissen auf Grund des sich ändernden Klimas. «Diese Naturgewalten werden in den nächsten Jahren zunehmen», sagte Glauber am Montag. «Das sind Seelandschaften, die da entstehen und die Notwendigkeit von Hochwasserschutz wird hier jedem vor Augen geführt.» An der Aisch seien am Wochenende Pegelstände erreicht worden wie nie zuvor.

Schon am Wochenende hatten der Landkreis Neustadt an der Aisch - Bad Windsheim und die Stadt Ansbach den zuvor ausgerufenen Katastrophenfall wieder beendet. Allerdings: Für Mitte der Woche sind neue Regenfälle angekündigt. Sollte es zu örtlichem Starkregen kommen, könnte dies erneut zu Überflutungen führen, hieß es.

In anderen Teilen des westlichen Mittelfrankens, in Schwaben und an der Donau würden nur noch die Meldestufen 1 und 2 erreicht, vielerorts sei die Schwelle für Meldestufen gar nicht mehr erreicht. Auch in Oberfranken meldeten die Feuerwehren eine Entspannung der Lage, etwa in denen am Freitag besonders betroffenen Gegenden um Hof und Bamberg.

Aus dem Kreis Forchheim hieß es von der Feuerwehr, manche Gebiete flussabwärts der am Freitag besonders betroffenen Gebiete hätten die Spätfolgen zeitversetzt zu spüren bekommen: In Hallerndorf (Landkreis Forchheim), das etwa 40 Kilometer flussabwärts von Neustadt an der Aisch liegt, kam die Hochwasserwelle erst am Samstagnachmittag an. Das Wasser sei innerhalb einer Stunde um mehr als einen Meter angestiegen, sagte ein Feuerwehrsprecher am Montag. Es habe eine großflächige Überschwemmung gegeben. Das Wasser fließe sehr langsam ab, bis zum Montag habe es sich aber zumindest aus den bebauten Gebieten zurückgezogen.

Meldestufe drei bedeutet, dass Keller unter Wasser stehen und Feuerwehreinsätze notwendig sind. Bei Meldestufe 1 treten Flüsse nur vereinzelt und leicht über die Ufer. Die Lage soll sich den Wetterprognosen zufolge zumindest bis Dienstagfrüh nicht verschlechtern.

Am Freitag hatte der Dauerregen dafür gesorgt, dass Flüsse und Bäche in weiten Teilen Frankens über die Ufer traten und die Kanalisation stellenweise überfordert war. Die Folge waren großflächige Überflutungen. Phasenweise standen ganze Landstriche unter Wasser. Die Schäden dürften in die Millionen gehen.