Fronleichnam: Kaum Prozessionen, dafür Liveübertragungen

02.06.2021 | Stand 05.06.2021, 8:15 Uhr

Armin Weigel/dpa/Archivbild

Trotz verbesserter Pandemie-Lage sind Massenveranstaltungen noch nicht möglich. Das traf auch heuer die Feierlichkeiten zu Fronleichnam. Gläubige mussten aber nicht komplett verzichten.

Blauer Himmel, Sonne und kirchlich-barockes Brauchtum - das sind üblicherweise die Zutaten für Fronleichnamstage. Im zweiten Jahr der Corona-Pandemie stimmte zwar das Wetter, die Prozessionen konnten jedoch erneut nicht wie gewohnt stattfinden. Sie waren - wenn überhaupt - nur in kleinem Rahmen möglich. Zudem gab es Übertragungen von Gottesdiensten im Internet sowie Messen im Freien.

Passend zum an Traditionen reichen Fronleichnamsfest rief Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, die Menschen in seiner Predigt dazu auf, ihre Glaubenstraditionen wertzuschätzen und zugleich voller Ehrfurcht auf andere Religionen und Traditionen zu schauen. Marx äußerte den Wunsch, «dass wir den Schatz des Glaubens und der Eucharistie am Sonntag wieder neu als eine Kraftquelle erfahren.»

Er warnte zugleich davor, überheblich zu sein und betonte, wie notwendig es sei, aus der Geschichte zu lernen. Hier stellte er auch einen Bezug zur Vergangenheit der katholischen Kirche und der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle her.

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft seien miteinander verschränkt, so Marx. Das zeige sich, wenn Ereignisse aus der Vergangenheit sichtbar würden «und uns neu herausfordern». Manche Erfahrungen, die nicht bewusst waren und dann ans Licht träten, ließen vieles in einem anderen Licht erscheinen.

Das erlebe die Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch. «Vergangen ist nicht vergangen, es kommt nach oben und stellt uns neu vor die Frage: Wer sind wir eigentlich? Was wollen wir sein und was bedeutet das im Blick auf die Vergangenheit, auf die Betroffenen?»

Augsburgs Bischof Bertram Meier ging in seiner Predigt auf das «Geheimnis der Wandlung» ein, das im Zentrum des Fronleichnamsfestes stehe. «Alle Dinge gehen anders, seit ich in diesem Brot, der gewandelten Hostie, Jesus Christus liebe und anbete.» In der Wandlung ändere sich etwas Wesentliches, das aber von keinem Messgerät erfasst werden könne. Jesus wolle aber nicht nur Brot und Wein wandeln. «Jesus will, dass auch wir uns ändern, dass wir uns von ihm wandeln lassen.»

Auch in den Bistümern Regensburg, Augsburg, Eichstätt, Würzburg und Passau sowie dem Erzbistum Bamberg fielen die Fronleichnamsfeste kleiner aus als vor der Pandemie.