Ermittlungen gegen Pflegeheim-Verantwortliche ausgeweitet

15.04.2021 | Stand 16.04.2021, 21:39 Uhr

Daniel Karmann/dpa/Archivbild

Nach dem Verdacht der Vernachlässigung von Bewohnern eines oberbayerischen Pflegeheimes sind die Ermittlungen ausgeweitet worden. Mittlerweile wird auch wegen des Verdachts des Abrechnungsbetruges ermittelt. Das Heim in Schliersee sei erneut durchsucht worden, erklärte die für diese Fälle bayernweit zuständige Generalstaatsanwaltschaft in Nürnberg am Donnerstag.

Es bestehe der Verdacht, dass das Seniorenheim im Kreis Miesbach zu wenig Mitarbeiter beschäftigt habe, aber die vollen Beträge für das Personal bei den Pflegekassen abgerechnet habe, erklärte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Dieser ist seit Spätsommer 2020 die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen (ZKG) angeschlossen. Zunächst hatte der Bayerische Rundfunk über die neuen Ermittlungen berichtet.

Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt bereits seit einiger Zeit wegen des Verdachts auf Körperverletzung im Fall von 88 Bewohnern. Es habe in dem Heim verwahrloste und unterernährte Menschen gegeben, hieß es. Zudem würden 17 Todesfälle untersucht.

Die neuen Ermittlungen hingen damit zusammen, erläuterte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Einer der Gründe für Vernachlässigung von Bewohnern sei, dass es zu wenig Personal im Heim gebe. Daher sei die ZKG durch die Körperverletzungsermittlungen auf das Heim aufmerksam geworden. Der Leiter der Seniorenresidenz kündigte eine Stellungnahme zu den Vorwürfen an. Zunächst lag diese aber nicht vor.