Datenprobleme bei Corona-Zahlen: Unklarheit in München

12.04.2021 | Stand 12.04.2021, 22:10 Uhr

Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Seit dem Wochenende liegt der Inzidenzwert bei den Corona-Neuinfektionen in München wieder über der kritischen Marke von 100. Doch wegen Datenproblemen sei unklar, welche Folgen das haben werde, teilte die Stadt am Sonntag mit. Das werde nun mit den zuständigen Stellen geklärt. Auch im Landkreis Deggendorf kam es zu einem Übertragungsfehler, wie es vom Landratsamt hieß.

Nach den Zahlen des bayerischen Landesamts für Gesundheit lag die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen in München am Sonntag bei 116,4 (Stand 11.4., 8.00 Uhr). Nach den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) lag die Sieben-Tage-Inzidenz für die Landeshauptstadt aber nur bei 94,4.

Erst am vergangenen Mittwoch hatte die Stadt die Corona-Notbremse gelockert, nachdem über das Osterwochenende der Inzidenzwert unter 100 gesunken war. Sollte dieser drei Tage infolge wieder über 100 liegen, würden wieder schärfere Corona-Regeln gelten. Ausschlaggebend dafür sei eigentlich der vom RKI veröffentlichte Wert, hieß es von der Stadt München.

Kitas und Schulen bleiben jedoch unabhängig von der Entwicklung die gesamte Woche geöffnet. Für diese ist immer der letzte Arbeitstag der Vorwoche ausschlaggebend - also der Freitag, als der Wert in München noch unter 100 lag.

Auch der Landkreis Deggendorf wies am Sonntag einen zu geringen Inzidenzwert auf. Dieser lag nach den RKI-Zahlen unter 200. «Aufgrund eines Übertragungsfehlers wurden die gestern neu bekannt geworden 76 Fälle leider nicht gemeldet», teilte ein Sprecher des Landratsamts mit. Der Fehler werde korrigiert und fließe morgen in die Statistik mit ein. Das wird sich dann auch auf den Handel auswirken: Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz über 200 dürfen die Geschäfte nicht mehr für Kunden mit Termin und negativem Corona-Test öffnen.

Bayernweit stieg die Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntag nach den RKI-Zahlen auf 138,7, nach den LGL-Zahlen auf 148,2. Bundesweiter Spitzenreiter war erneut Hof mit 534,4 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen einer Woche.

Coburg zieht wegen der anhaltend hohen Infektionszahlen nun die Corona-Notbremse. Die Ansteckungszahlen in der Stadt stiegen durch die aggressive Corona-Variante B.1.1.7 derzeit rasant an, teilte Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) am Sonntag mit. Ab Montag gilt eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 22.00 Uhr und 5.00 Uhr. Museen und viele Geschäfte müssen wieder schließen. Auch Kontakte werden eingeschränkt.