Bouffier warnt vor Alleingängen bei Impfstoff-Beschaffung

12.04.2021 | Stand 13.04.2021, 5:31 Uhr

Andreas Arnold/dpa/Archivbild

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt in Hessen weiter deutlich an. Ministerpräsident Bouffier ruft dazu auf, im Kampf gegen die Pandemie bundesweit einheitlich vorzugehen.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat vor Alleingängen der Bundesländer bei der Beschaffung von Corona-Impfstoff gewarnt. Dass Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) 2,5 Millionen Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V für sein Bundesland bestellt habe, habe ihn «überrascht», sagte Bouffier der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». «Bisher hatten wir eine Verständigung: Der Bund beschafft den Impfstoff und verteilt ihn nach der Einwohnerzahl an die Länder.»

Falls Bayerns Beispiel Schule mache, müsse man über die Verteilung reden, meinte Bouffier. «Ich kann doch niemandem in Hessen klarmachen, dass jetzt ein Land Millionen Impfdosen mehr hat, aber bundesweit immer noch das Gleiche bekommt.» Hessen sei stolz darauf, «in Rekordzeit» ein neues Biontech-Werk in Marburg genehmigt zu haben. «Wenn Alleingänge Schule machen, müsste ich jetzt darauf dringen, dass Biontech nicht mehr an alle zugleich liefert, sondern zuerst an uns. Was würden denn die anderen dann sagen?»

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Hessen steigt derweil deutlich an. Innerhalb eines Tages wurden nach Angaben des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag 1605 neue Fälle registriert. Die landesweite Inzidenz, also die Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen, lag bei 138,7 nach 123,6 am Vortag. In den hessischen Regionen wiesen die Stadt Offenbach (239,5) und der Landkreis Fulda (233,5) die höchsten Werte auf.

Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Virus in Verbindung gebracht wurden, stieg den Angaben zufolge um 8 auf insgesamt 6481. Seit Beginn der Pandemie wurden in Hessen 233 184 Infektionen registriert (Stand 3.08 Uhr).

Auf den Intensivstationen hessischer Krankenhäuser lagen nach Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin von Sonntag 412 Covid-19-Patienten, von denen 194 beatmet wurden (Stand 10.19 Uhr). 1686 von 1931 verfügbaren Intensivbetten waren belegt, auch von Menschen mit anderen Krankheiten.