Bergwacht zieht Bilanz: viele Menschen, weniger Verletzte

20.05.2021 | Stand 22.05.2021, 8:35 Uhr

Sven Hoppe/dpa/Archivbild

Viele Menschen, weniger Verletzte, schwierige Einsätze: So lautet die Winterbilanz der Bergwacht Bayern. Trotz geschlossener Skigebiete seien viele Menschen in den Bergen unterwegs gewesen. Die Pistenunfälle, die sonst die große Mehrzahl der Einsätze ausmachten, fielen aber weg.

«Gewöhnlich sind im Winter die meisten Unfälle in den Skigebieten zu verzeichnen. Durchschnittlich ist die Bergwacht dort rund 4000 Mal im Einsatz. In diesem Winter waren es knapp 65 Einsätze», berichtete der Geschäftsführer der Bergwacht Bayern, Klaus Schädler, am Donnerstag in Bad Tölz. Die Gesamtzahl der Einsätze sei in dieser Saison von sonst rund 5500 Einsätzen auf 1349 gesunken.

Weil so viele Wintersportler wie noch nie die Tourenski anschnallten, gab es hier mehr Unfälle. Die Zahl dieser Einsätze verdoppelte sich von durchschnittlich etwa 90 auf 189. «Dieses Einsatzaufkommen war zu jeder Zeit von der Bergwacht beherrschbar, auch wenn Einsätze ohne die Unterstützung von Bergbahnen einen zeitlich größeren Aufwand erforderten», sagte Otto Möslang, Vorsitzender der Bergwacht Bayern.

Zudem stieg die Zahl der Einsätze in den Abendstunden von 16.00 Uhr bis 20.00 Uhr. «Technische ausgefeilte Ausrüstung und die Suche nach wenig frequentierten Wegen fordern die ehrenamtlichen Retter zu allen Tageszeiten und Wetterbedingungen und eben abseits von üblichen Wegverläufen», sagte Schädler. Wenn Dunkelheit oder schlechtes Wetter den Einsatz eines Hubschraubers verhindere, seien mehrstündige Einsätze keine Seltenheit. Insbesondere in den hochalpinen Lagen in den Berchtesgadener Alpen habe es mehrfach diese Situation gegeben.

Beim Rodeln und Schneeschuhwandern passierte nicht mehr als sonst: Mit 152 Rodelunfällen sowie 17 Unfällen beim Schneeschuhwandern lagen die Zahlen laut Bergwacht auf bekanntem Niveau.