Bayern fordert Strategie zum Schutz von Äckern vor Plastik

09.06.2021 | Stand 11.06.2021, 6:08 Uhr

Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Zum Schutz vor Mikroplastik fordert Bayern bei der Agrarministerkonferenz eine nationale Strategie zur Vermeidung von Kunststoffeinträgen in Böden. «Mikroplastik hat in unseren Äckern nichts verloren, es belastet Böden und Wasser und damit langfristig auch unsere Gesundheit», betonte Bayerns Ressortchefin Michaela Kaniber (CSU) am Mittwoch in München. Die Konferenz findet als Videoschalte vom 9. bis zum 11. Juni statt.

Ziel des bayerischen Antrags sei es, nach technischen Möglichkeiten zu suchen, um den unbewussten Plastikeintrag besser zu vermeiden. Vor allem bei Bioabfall, Kompost und Klärschlamm gebe es großes Potenzial. Untersuchungen des Umweltbundesamts zeigten, dass jährlich allein durch Kompost bis zu 3340 Tonnen Kunststoff auf den Boden aufgetragen werden.

Der bayerische Antrag schlägt zudem vor, Reifenabrieb und die Vermüllung entlang von Straßen zu reduzieren. Gleichzeitig fordert Bayern, dass die Verbote in der EU-Einwegkunststoffrichtlinie ausgeweitet werden. Zusätzlich müsse die Klärschlammaufbringung auf Ackerflächen zeitnah verboten werden, und Komposte müssten verlässlich frei von Mikroplastik sein. Auch bei der landwirtschaftlichen Folienverwendung sollten Alternativen erforscht werden.

«Uns allen muss klar sein, dass Plastik in den Böden zu nachhaltigen Schäden und irreparablen Folgen führt. Das müssen wir stoppen, um buchstäblich die Grundlage, auf der unsere Landwirte wirtschaften, zu bewahren», sagte Kaniber. Gerade Corona habe deutlich vor Augen geführt, wie wichtig eine gut funktionierende eigenständige Lebensmittelversorgung sei.