Augsburgs Ströll: «Wettbewerbsverzerrung» in Bundesliga

29.05.2021 | Stand 01.06.2021, 5:16 Uhr

Stefan Puchner/dpa/Archivbild

Es geht ums Geld. Da kennt sich der Augsburger Finanz-Geschäftsführer Michael Ströll aus. Für die Bundesliga fordert er Regeln, um ein Handeln «im Grenzbereich» zu beenden.

Finanz-Geschäftsführer Michael Ströll vom Fußball-Bundesligisten FC Augsburg hat sich angesichts der Corona-Krise für Augenmaß bei den Ausgaben und eine Gehaltsobergrenze ausgesprochen. «Es müssen in der 1. und 2. Liga dringend Regularien eingeführt werden, um wieder mehr wirtschaftliche Vernunft walten zu lassen. Offensichtlich haben einige Vereine in der Vergangenheit deutlich über ihre Verhältnisse gelebt», sagte Ströll der «Augsburger Allgemeinen» (Samstag) in einem Interview.

Die wirtschaftliche Lage der Liga sehe er kritisch. «Nicht umsonst müssen Vereine Anleihen aufnehmen oder sich anderweitig fremdfinanzieren. Da kann man schon von Wettbewerbsverzerrung sprechen», sagte Ströll. Man müsse Regularien finden, «die dieses Agieren im Grenzbereich beenden. Es muss sichergestellt werden, dass man nur das ausgeben darf, was man auch einnimmt», forderte Augsburgs Finanzchef und schlug eine Gehaltsobergrenze vor.

«Ein Salary-Cap wäre zum Beispiel ein guter Gedanke, auch wenn ich glaube, dass er vor dem Hintergrund des EU-Rechts nicht so einfach umsetzbar ist», sagte Ströll. «Und wenn, müsste er gesamteuropäisch umgesetzt werden, weil sonst die Konkurrenzfähigkeit leiden würde.»

Ströll findet Aussagen von Eintracht Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann nicht nachvollziehbar, der sich angesichts der Abstiege der Traditionsvereine Schalke 04 und Werder Bremen Sorgen um die internationale Vermarktung der Bundesliga macht.

«Wenn sich kleinere Vereine mit weniger Mitteln sportlich qualifizieren, dann haben diese Vereine nachweislich besser gearbeitet als andere», sagte Ströll. «Von daher finde ich diese Aussagen in Bezug auf die Geld-Verteilung absurd, da Vereine mit mehr Möglichkeiten für ihre in Relation schwächere Leistung auch noch belohnt werden sollen.»

Anlässlich der Neuverteilung der TV-Gelder ab 2021/22 hatte sich der FC Augsburg neben dem FSV Mainz 05, VfB Stuttgart und Arminia Bielefeld sowie zehn Zweitligisten in einem Impulspapier für einen neuen Verteilerschlüssel ausgesprochen. Dafür waren diese Vereine nach einem Gipfeltreffen im November unter der Führung des FC Bayern München gerügt worden. Später hatte Ströll den neuen Verteilerschlüssel als ersten vernünftigen Schritt bezeichnet, aber weiteren Nachbesserungsbedarf angemahnt.