Was im Stau erlaubt ist

ADAC warnt: Mehr Stau als vor Corona in den Sommerferien

29.07.2021 | Stand 29.07.2021, 18:41 Uhr

−Foto: Henning Kaiser/dpa

Der ADAC Südbayern rechnet in den Sommerferien mit mehr Staus als vor Corona im Freistaat. „Es wird wieder voll“, sagte Alexander Kreipl, Verkehrsexperte des ADAC Südbayern am Dienstag.

Bereits an den ersten Wochenenden der Sommerferien in anderen Bundesländern habe man deutschlandweit rund 16.700 Staumeldungen gehabt – etwa 3700 mehr als 2019.



Wichtigster Treiber ist Kreipl zufolge das veränderte Reiseverhalten. Die Menschen würden häufiger in mit dem Auto zu erreichende Gebiete reisen – auch um nicht fliegen zu müssen. Besonders auf den Autobahnen Richtung Süden, an den neuralgischen Punkten rund um München und auf der Autobahn A8 Richtung Salzburg werde es wesentlich mehr Verkehr geben, sagt Kreipl. Darüber hinaus bremsen Baustellen den Verkehr – unter anderem auf der A3 bei Regensburg und Passau, auf der A9 am Dreieck Holledau, auf der A95 bei Schäftlarn, der A96 bei Memmingen und der B2 zwischen Oberau und dem Tunnel Farchant.

Lange Wartezeiten an Grenze zu Österreich

Zudem erwartet er auch an den Grenzübergängen nach Österreich längere Wartezeiten wegen der dortigen Corona-Kontrollen. Am Übergang Passau – Suben habe es am vergangenen Wochenende bereits zwei Stunden Wartezeit gegeben – ohne Sommerferien in Bayern.

Weil der letzte Schultag in Bayern auf den Donnerstag fällt, erwartet Kreipl bereits an diesem Tag den Beginn des Reiseverkehrs. Am Freitag werde er weiter ansteigen und am Samstag seinen ersten Höhepunkt erreichen. Tatsächlich meldet das Portal BayernInfo am Donnerstagnachmittag (Stand: 15.45 Uhr) auf der A3 an der Grenze zu österreich bereits einen Rückstau bis zur Ausfahrt Passau Süd. Auf der A8 Richtung Salzburg bildet sich an der Grenze um diese Zeit ein kleiner Stau von etwa einem Kilometer länge.

Stillstand auf der Autobahn – und was jetzt?

Wenn es auf der Autobahn zum Stau kommt, müssen die Autofahrer bereits eine Rettungsgasse gebildet haben, die braucht es nämlich schon, wenn es stockt. Diese ist zwischen dem äußersten linken und den übrigen Fahrstreifen frei zu machen. Ansonsten drohen Bußgelder zwischen 200 bis 320 Euro.

Aussteigen ist auf der Autobahn generell verboten, so der ADAC. Ausnahme nur im Notfall: beim Absichern einer Unfallstelle. Allerdings reagiere die Polizei bei längeren Störungen mit Nachsicht, etwa wenn es im Auto zu heiß wird. Spaziergänge auf der Autobahn sind aber selbst dann tabu – immer in Fahrzeugnähe bleiben. Einsatz- und Rettungskräfte dürfen nicht behindert werden.

Verboten bleibt auch der Griff zum Handy, solange der Motor läuft. Wer das nicht beachtet, muss mit Geldbußen zwischen 100 und 200 Euro, zwei Punkten in Flensburg und einem Monat Fahrverbot rechnen.

Rechts überholen ist im Stau nur erlaubt, wenn ein Fahrzeug auf dem linken Streifen steht oder maximal Tempo 60 fährt. Am stehenden Verkehr darf man rechts mit höchstens 20 km/h vorbeifahren. Rollt er, darf rechts mit einer Differenz von maximal 20 km/h überholt werden. Ansonsten drohen 100 Euro sowie einen Punkt. Rückwärts fahren oder wenden auf der Autobahn ist immer verboten. Ausnahme: Die Polizei fordert dazu etwa bei einer Vollsperrung auf.

Auch den Standstreifen dürfen Autofahrer und Autofahrerinnen in der Regel nicht befahren, da er für Fahrzeuge mit Panne bestimmt ist. Wer meint, darauf am Stau vorbei zur nächsten Ausfahrt oder zum nahen Parkplatz fahren zu müssen, riskiert 75 Euro Bußgeld und einen Punkt.

− dpa/tmn