7000 Raser bei Blitzmarathon erwischt

22.04.2021 | Stand 23.04.2021, 22:40 Uhr

Angelika Warmuth/dpa

Trotz vorher bekannter Kontrollstellen hat die Polizei bei ihrem 24-stündigen Blitzmarathon bayernweit 7036 Temposünder aus dem Verkehr gezogen. «Dass trotz tagelanger Vorankündigung und pandemiebedingt weniger Verkehr so viele zu schnell unterwegs waren, ist höchst bedenklich», erklärte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Donnerstag nach Abschluss der Aktion. «Vielen Verkehrsteilnehmern ist immer noch nicht bewusst, wie gefährlich zu schnelles Fahren sein kann. Raser spielen nicht nur mit dem eigenen Leben, sondern auch mit dem Leben anderer.»

Den Negativ-Rekord hielt ein Motorradfahrer, der auf einer Staatsstraße bei Bubesheim im schwäbischen Landkreis Günzburg mit 231 Kilometern pro Stunde erwischt wurde - erlaubt waren 100. Ihm drohen 1200 Euro Geldbuße, zwei Punkte in Flensburg und drei Monate Fahrverbot.

Herrmann kündigte an, die Geschwindigkeitskontrollen in Bayern weiter zu verstärken, um gerade Unbelehrbare aus dem Verkehr zu ziehen. Allein in den vergangenen beiden Jahren seien 3,4 Millionen Euro in hochmoderne Kontrollgeräte investiert worden, zum Beispiel spezielle Lasermesspistolen und hochpräzise digitale Messgeräte.

Der Minister verwies erneut darauf, dass zu schnelles Fahren für knapp ein Drittel der Verkehrstoten in Bayern verantwortlich ist. 2020 starben in Bayern 147 Menschen bei Tempounfällen - sechs mehr als im Vorjahr, obwohl wegen der Pandemie weniger Verkehr auf den Straßen war. Gerade die freien Straßen verleiteten womöglich dazu, aufs Gas zu gehen, ergänzte ein Ministeriumssprecher.

Im vergangenen Jahr war der Blitzmarathon coronabedingt ausgefallen. Beim letzten 24-Stunden-Blitzmarathon 2019 hatte die Polizei 10 821 Temposünder ertappt - trotz auch damals vorab bekannter Messstellen.

Der Blitzmarathon endete am Donnerstag um 6.00 Uhr. Rund 1800 Polizisten waren im Einsatz. Auch in anderen Bundesländern sowie im europäischen Ausland war geblitzt worden.