1860 vor Saisonfinale: «Absolut gar nichts zu verlieren»

03.05.2021 | Stand 05.05.2021, 5:16 Uhr

Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Der TSV 1860 München sieht seine Außenseiterrolle als Trumpf im Aufstiegsrennen der 3. Liga. Anders als die Rivalen an der Tabellenspitze habe der Fußball-Traditionsverein nämlich den Sprung in die 2. Bundesliga gar nicht als Ziel ausgegeben. Das sagte Sportchef Günther Gorenzel vor dem 35. Spieltag, wenn die «Löwen» am Dienstagabend (19.00 Uhr) den 1. FC Kaiserslautern empfangen. «Wir werden mit breiter Brust in die letzten Spieltage gehen», unterstrich er. Das liege am Selbstvertrauen aus zuletzt acht Partien ohne Niederlage. «Und weil wir absolut gar nichts zu verlieren haben.»

Mit einem Erfolg über die Pfälzer würde der TSV in der Tabelle auf Platz drei springen, wenn der FC Ingolstadt zeitgleich im Topspiel bei Hansa Rostock verliert oder nur unentschieden spielt. «Wir haben eine extreme Lust entwickelt, weiter zu gewinnen», unterstrich Gorenzel. Diese Lust sei «immer ein besserer Ratgeber als die Ängste, Sorgen und Zweifel, etwas verlieren zu können».

Chefcoach Michael Köllner konnte durch das spielfreie Wochenende einigen angeschlagenen Spielern Ruhe gönnen und hat deshalb keine Personalsorgen. «Die Mannschaft ist hungrig», sagte er am Montag.

Dass nun die entscheidenden Partien um den Aufstieg anstehen, das lasse ihn verhältnismäßig kalt. «Bei mir ist das Kribbeln nicht besonders groß», beteuerte er. Er will sich nur auf das Spiel und einen Sieg gegen Lautern fokussieren. «Mich interessiert nicht, was in Rostock passiert und was Saarbrücken macht», sagte Köllner. Bei einer Niederlage der Saarländer könnten die «Löwen» Rang vier und einen Startplatz im DFB-Pokal sichern. «Danach schauen wir weiter.»

Die Lauterer sind nur zwei Punkte von der Abstiegszone entfernt, zeigten zuletzt aber aufsteigende Tendenz. Daher ließ Trainer Marco Antwerpen verlauten, dass er seine Truppen auf Augenhöhe mit den Sechzigern sieht. «Die Tabelle gibt etwas anderes her», erwiderte Köllner. «Man wird morgen sehen, wer mit wem auf Augenhöhe ist.»