Geschichte
100.000 Besucher am Obersalzberg seit September 2023

11.06.2024 | Stand 12.06.2024, 21:07 Uhr

NS-Dokumentationszentrum Obersalzberg - Besucher gehen durch einen unterirdischen Bunker, der dem NS-Dokumentationszentrum Obersalzberg angeschlossen ist. - Foto: Peter Kneffel/dpa

Inmitten der Bergidylle am Obersalzberg plante Hitler Kriege und Massenmord. Im September 2023 eröffnete dort die neu gestaltete Dokumentation Obersalzberg - und lockte zahlreiche Besucher an.

Mehr als 100.000 Besucher haben die neu gestaltete Dokumentation Obersalzberg seit ihrer Wiedereröffnung Ende September vergangenen Jahres gesehen. Auch in den Wintermonaten, im Berchtesgadener Land traditionell Nebensaison, sei das Interesse unter anderem an der Dauerausstellung „Idyll und Verbrechen“ überdurchschnittlich hoch gewesen, sagte der Leiter der Dokumentation Obersalzberg, Sven Keller, am Dienstag.

In fünf Kapiteln setzt sich die Schau mit dem scheinbaren Gegensatz zwischen idyllischer Berglandschaft einerseits und den Schrecken der NS-Herrschaft andererseits auseinander und erzählt vom Schicksal der Opfer. Das Team des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) entwickelte das Konzept, das mit mehr als 350 Objekten, Dokumenten, Fotografien und zahlreichen multimedialen Elementen die Geschichte des Obersalzbergs neu vermitteln soll.

Der Neubau war nötig geworden, weil das 1999 installierte Doku-Zentrum mit deutlich mehr Besuchern als erwartet aus den Nähten platzte. 2012 wurde der teils in den Berg versenkte Neubau beschlossen, der am Ende nach bisher vorliegenden Angaben gut 30 Millionen Euro kostete.

Im Bergidyll am Obersalzberg bei Berchtesgaden hatte Adolf Hitler Staatsgäste empfangen, aber auch Verfolgung, Krieg und Massenmord geplant. Hier wurden Propagandabilder geschaffen, die ihn als volksnahen „Führer“ inszenierten. Etwa ein Viertel seiner Regierungszeit verbrachte Hitler zwischen 1933 und 1945 im Berghof als Zentrum des Führersperrgebiets, fünf Minuten von der heutigen Dokumentation entfernt.

Die „Dokumentation Obersalzberg“ zählt zu den bundesweit und international bedeutenden Einrichtungen. Mehr als drei Millionen Menschen besuchten das Zentrum mit der Dokumentation über die NS-Gewaltherrschaft und ihre Folgen, ehe es wegen des Neubaus geschlossen wurde.

Neben den Ausstellungen bietet die neue Dokumentation Obersalzberg ein vielfältiges Bildungs- und Veranstaltungsprogramm. Auch hier sei die Nachfrage hoch, sagte Keller.

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