Essenbach

100 tote Schweine nach Stallbrand: PETA zeigt Mastbetrieb an

18.07.2022 | Stand 19.07.2022, 16:48 Uhr

Einige Schweine, die ein Feuer überlebt haben, liegen nach einem Brand in einem Schweinemastbetrieb in einem abgesperrten Bereich. Bei einem Brand in einem Schweinemastbetrieb in Essenbach sind rund 100 Tiere umgekommen. −Symbolbild: Matthias Balk/dpa

Ein Feuer in einem Mastbetrieb ist am vergangenen Donnerstagmorgen in Essenbach (Landkreis Landshut) ausgebrochen. Dabei starben rund hundert Schweine. Gegen den Mastbetrieb hat die Tierrechtsorganisation PETA jetzt Anzeige erstattet.



PETA schreibt dazu in einer Pressemitteilung: „Jährlich sterben Zehntausende Tiere bei Stallbränden, weil die gesetzlichen Vorgaben unzureichend sind.“ PETA habe nun bei der Staatsanwaltschaft Landshut Strafanzeige gegen die Verantwortlichen erstattet.

Aufgrund „mutmaßlich unzureichender“ Brandschutzmaßnahmen sei laut PETA „möglicherweise billigend in Kauf genommen“ worden, dass die Schweine verbrennen. Die Staatsanwaltschaft Landshut konnte auf PNP-Anfrage zunächst keine Angaben zu einer möglichen Anzeigeerstattung machen.

PETA: Politik ist gefragt, gesetzliche Regelungen zu verschärfen

„Jeder Tod eines Tieres, welches bei einem Stallbrand stirbt, wurde nach Auffassung von PETA aufgrund der mangelnden Brandschutzvorgaben billigend in Kauf genommen“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und PETAs Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. „Um die Tiere vor dem Verbrennen zu schützen und auch den Schaden für die Landwirte möglichst gering zu halten, ist auch die Politik gefragt, gesetzliche Regelungen zu verschärfen“, lautet deshalb die Forderung.

Die Tierschutzorganisation kritisierte in der Vergangenheit immer wieder die bestehenden Brandschutzverordnungen, da ein Schutz der Tiere „so gut wie nicht geregelt ist“. Selbst diese unzureichenden Maßnahmen würden, so PETA, in der Praxis meist nicht umgesetzt. Außerdem kritisiert die Organisation die in vielen Fällen „kritische Lage“der Löschwasserversorgung was die Rettung der Tiere bei derlei Bränden oft verzögere. „Es ist noch zu ermitteln, ob dies auch beim aktuellen Einsatz der Fall war“, schreibt PETA.

− klk