Katastrophenfall im Kreis Hof

Wieder schwere Überflutungen in Franken - Südostbayern verschont

14.07.2021 | Stand 14.07.2021, 6:41 Uhr

Die Selbitz ist in der gleichnamigen Ortschaft durch die starken Niederschläge zu einem reißenden Fluss geworden. Im Landkreis Hof wurde am gestrigen Abend aufgrund weitreichender Überschwemmungen der Katastrophenfall ausgerufen. −Foto: Nicolas Armer/dpa

Aufgrund erneuten Starkregens hat das Landratsamt Hof am späten Dienstagabend den Katastrophenfall ausgerufen. Südostbayern blieb dieses Mal von den angekündigten Unwettern weitestgehend verschont.

Feuerwehr und Polizei rückten zu über 200 Einsätzen im gesamten Landkreis Hof aus, wie es in einer Mitteilung des Landratsamtes hieß. Binnen zwölf Stunden fielen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in dem Landkreis bis zu 80 Liter vom Himmel, zudem gab es Gewitter.



Besonders stark vom Unwetter wurde die Stadt Selbitz getroffen. Dort mussten die Einsatzkräfte über 120 Mal anrücken. Weiter wurde mitgeteilt, dass die Grundschule in Selbitz am Mittwoch geschlossen bleibt. Auch die Kindertagesstätte Wichtelland in Köditz bleibe geschlossen, die Schule nach derzeitigem Stand jedoch geöffnet.

Notruf 112 zeitweise nicht sofort erreichbar

Wie ein Sprecher der Polizei am frühen Mittwochmorgen mitteilte, gab es im gesamten Landkreis Straßensperrungen aufgrund von Überschwemmungen sowie einen Verkehrsunfall mit zwei leicht verletzten Personen. Demnach rutschte ein Auto auf regennasser Fahrbahn gegen eine Leitplanke. Zudem kam es zu vollgelaufenen Kellern, umgestürzten Bäumen und vereinzelt auch zu Stromausfällen.

In der Region war sogar der Notruf 112 wegen der Vielzahl der Anrufer in Einzelfällen nicht sofort erreichbar, wie das Bayerische Rote Kreuz (BRK) mitteilte. Die rettungsdienstliche Versorgung sei aber jederzeit sichergestellt. Allerdings mussten die Einsätze der Feuerwehr priorisiert werden, es kam zu Wartezeiten. Allein zwischen circa 16 und 21 Uhr kam es zu rund 500 wetterbedingten Alarmierungen.

Entwarnung in Niederbayern, Oberbayern und der Oberpfalz

Die Menschen in Südostbayern blieben hingegen weitestgehend verschont. Der Deutsche Wetterdienst hatte am Dienstagabend zwar teils vor schweren Unwettern in der Region gewarnt. Auf Nachfrage der PNP berichteten die Polizeipräsidien aus Niederbayern, Oberbayern Süd und Oberpfalz aber keine gehäuften Unwettereinsätze. Wenn überhaupt sei es zu einzelnen, lokal begrenzten Überschwemmungen oder umgestürzten Bäumen gekommen. Größere Einsätze dazu waren den Präsidien aber am Mittwochmorgen nicht bekannt.

− dpa/cav