Familie „überglücklich“

Vermisstes Mädchen aus Krankenhaus entlassen: Das sagt die Achtjährige

13.10.2021 | Stand 13.10.2021, 16:19 Uhr

Die Polizei durchkämmte seit Sonntag das unwegsame Waldgebiet an der bayerisch-tschechischen Grenze. −Foto: dpa

Von Elisabeth Stadler

Seit Sonntag wurde sie vermisst, am Dienstag unterkühlt im Wald gefunden. Die kleine Julia, die in ganz Deutschland und auch in Tschechien für große Emotionen sorgte, konnte am Mittwochmittag das Krankenhaus verlassen. Ihre Eltern sind „überglücklich“.

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Die erlösende Nachricht war am Dienstagnachmittag gekommen: Julia, die bei einem Wanderausflug am Sonntag am Čerchov (CZ) im Böhmerwald spurlos verschwunden war, wurde von Förster Martin Semecky gefunden. Total unterkühlt, aber bis auf einen leichten Kratzer am Bein unversehrt. Sie trug noch immer dieselbe Kleidung wie am Sonntag.



Das Mädchen war weit gekommen. Der Ort, an dem der Förster sie gefunden hat, liegt rund 3,5 Kilometer vom Gipfel des Berges entfernt - in der entgegengesetzten Richtung. Offenbar war sie zu Fuß den ganzen Weg gelaufen, wie sie der Polizei sagte.

Julia fürchtete sich nachts im Wald

Gegessen oder getrunken habe sie nichts. Zwar hatte sie noch versucht, den Weg zum Wanderpfad alleine zu finden, hatte sich aber verlaufen und im Wald verirrt. Den genauen Weg kann man wohl nicht mehr nachvollziehen. Nachts schlief sie auf einer Wiese in hohem Gras und habe dabei auch Tiere wie Rehe, Füchse und ein Wildschwein gesehen. Sie beschrieb, dass sie sich nachts im Wald fürchtete und deshalb nicht auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Familie „überglücklich“

Sofort kam Julia am Dienstag in eine Klinik und musste über Nacht aufwändig aufgewärmt werden. Dort sah sie auch endlich ihre Eltern wieder. Die anwesenden Polizisten beschreiben die Szenen als „sehr emotional“. Am Mittwochmittag war es endlich soweit, sie durfte zurück zu ihren Eltern und konnte das Krankenhaus verlassen. Die Familie ist erleichtert und richtet sich über das Polizeipräsidium Oberpfalz an die Helfer, Einsatzkräfte und an die Öffentlichkeit: Sie seien „überglücklich und bedanke sich ausdrücklich bei allen Helferinnen und Helfern.“ Dennoch bittet sie momentan um Privatsphäre, um alles zu verarbeiten.

An der Suche waren seit Sonntag mehr als 1400 Suchkräfte insbesondere von Polizei, Bergwacht, Feuerwehren, THW und allen weiteren Hilfs- und Rettungsorganisationen beteiligt. Auch Hunde, Hubschrauber und Wärmebildkameras kamen zum Einsatz.

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