Verkehr

Unfallschwerpunkt Donaustauf-Mitte – Staatliches Bauamt plant Ampel, Gemeinde will einen Kreisel

05.03.2021 | Stand 19.03.2021, 2:38 Uhr

Foto: Ursula Hildebrand

Das Staatliche Bauamt Regensburg plant, den Unfallschwerpunkt und die Rückstauproblematik an der Einmündung der Staatsstraße 2145 in die St 2125 bei Donaustauf-Mitte durch eine Lichtsignalanlage zu beseitigen. Damit kann zukünftig eine weitere von ursprünglich 60 Unfallhäufungsstellen im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Bauamtes beseitigt werden.

Von Staatl. Bauamt Regensburg/Pressemitteilung

Donaustauf. Dabei ist vorgesehen, dass die bisher einstreifige Zufahrt der Staatsstraße 2145 aus Richtung Barbing/Donaustauf auf 70 Metern Länge um etwa 1,2 Meter verbreitert wird, damit sich zukünftig der Links- und der Rechtseinbieger getrennt voneinander aufstellen können. Die Rechtseinbiegespur erhält auch eine eigene Signalisierung um die Leistungsfähigkeit zu verbessern. Die Leistungsfähigkeit der Kreuzung wird zu den Hauptverkehrszeiten eine gute bis mittlere Qualität erreichen. Der Bau der Lichtsignalanlage soll im Mai/Juni 2021 beginnen und wird voraussichtlich etwa 160.000 Euro kosten.

In der Marktgemeinderatssitzung wurde anstelle der vom Staatlichen Bauamt vorgesehenen Lichtsignalanlage der Bau eines Kreisverkehrs gefordert. Dabei wurden folgende Gesichtspunkte angesprochen, „die aus straßenverkehrstechnischer Sicht näher erläutert werden müssen“, so das Bauamt: Die Verkehrssicherheit einer Lichtsignalanlage ist mit der eines Kreisverkehrs gleichwertig, wenn diese nachts nicht ausgeschaltet wird. Ein Kreisverkehr, der wegen des hohen Verkehrsaufkommens sinnvollerweise mit zwei sogenannten Bypässen ausgestattet werden sollte, würde mindestens 650.000 Euro kosten. Die Berechnung der Leistungsfähigkeit der Lichtsignalanlage durch das beauftragte Ingenieurbüro ergibt eine gute bis mittelere Qualität, so dass Ausweichverkehre nicht zu erwarten sind. Sollten sich widererwarten dennoch Probleme zeigen, kann bei der Lichtsiganlanlage der Grünzeitbedarf flexibel nachjustiert werden.
Unterhaltungskosten Der jährliche Unterhalt für eine Lichtsignalanlage beträgt etwa 2.000 bis 3.000 Euro. Mit den ersparten Mehrkosten für einen Kreisverkehr könnte die Lichtsignalanlage mehr als 100 Jahre unterhalten werden. Außerdem würde dieser Kreisverkehr auf freier Strecke wegen der gestreckten und breiten Linienführung in der Nacht beleuchtet werden. Dafür würden ebenfalls Unterhaltskosten anfallen. Die Verbreiterung für die zweite Aufstellspur kann ohne Eingriff in die beiden benachbarten Gewässer und ohne Entfernung des Bewuchses erfolgen, wie dies sonst beim Bau eines Kreisverkehrs erforderlich wäre. Durch das Zweite Gesetz zugunsten der Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern sind wir gehalten mit Grund und Boden sparsam umzugehen und die Flächeninanspruchnahme in Abwägung insbesondere mit den Notwendigkeiten der Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs sowie der Schonung von Naturhaushalt und Landschaftsbild so weit wie möglich zu begrenzen. Bei Donaustauf-Mitte kann der Radweg auf der Donaubrücke vom Donauradweg nur über eine Treppe erreicht werden. Im Mobilitätskonzept Radverkehr des Landkreises Regensburg wird vorgeschlagen, hier eine Rampenverbindung zu schaffen. Es ist jedoch nicht Ziel einer verkehrssicheren Radwegführung, Radfahrer an den stark befahrenen Knotenpunkt der beiden Staatsstraßen zu führen und sie dort höhengleich queren zu lassen. Hinzu kämen noch Radwegzuführungen, die eine zusätzliche Versiegelung erfordern würden. Das Bauamt zieht daher folgendes Fazit: „Die Beseitigung der Unfallhäufungsstelle wird mit der Lichtsignalanlage ebenso gut wie mit einem Kreisverkehr erreicht, jedoch mit deutlich geringeren Kosten für die Allgemeinheit und einer schnelleren Verwirklichung.“