LG Telis Finanz

Simon Boch trotzt beim Marathondebüt sämtlichem Ungemach

23.03.2021 | Stand 23.03.2021, 9:56 Uhr

Foto: Sportfoto Norbert Wilhelmi

Man hätte Simon Boch von der LG Telis Finanz bei seinem Marathondebüt innerhalb des „itelligence Citylauf Invitational“ im Dresdner Schlosspark beileibe mehr Glück gegönnt. Doch der Wettergott hatte mit dem Regensburger an diesem Tage anderes vor.

Von LG Telis Finanz/Pressemitteilung

Regensburg. Winterliche Temperaturen knapp über null Grad und ein eisiger Wind machten das Unternehmen „Unterbietung der Olympianorm von 2:11:30 Stunden“ eigentlich zur „mission impossible“. Hut ab – und darüber waren sich am Ende alle Fachleute einig – was der 26-Jährige daraus machte. „Es war ganz großes Kino“, betitelte es nachher sein Freund und Tempomacher Tim Ramdane Cherif trefflich. Am Ende standen unfassbare 2:10:48 fett auf der Anzeigentafel – ganze 42 Sekunden schneller als für Olympia gefordert: Platz drei im deutschen Marathonranking – und doch wahrscheinlich zu wenig für Tokio, weil der nach hinten auf Platz vier verschobene Richard Ringer (LC Rehlingen – 2:10:59 Stunden) nun am 11. April in Hamburg noch kontern kann. Freilich muss auch der noch einmal lange 42 Kilometer und weitere 195 Meter, auf denen viel passieren kann, bewältigen.

„Eine 2:10er Zeit beim Debüt und bei diesen miesen Bedingungen alleine auf sich gestellt lange 30 Kilometer, das können nicht viele“, sagte dann auch Ringer-Trainer Wolfgang Heinig mit ehrlicher Anerkennung der großen Leistung Simon Bochs zum Husarenritt des Telis-Mannes. „Er weiß jetzt, dass er ganz alleine unter Worstcase-Bedingungen 2:10 drauf hat, schlimmer kann’s nicht mehr zugehen und er hat die Zukunft auf der längsten olympischen Laufdistanz noch vor sich“, würdigte Heimtrainer Kurt Ring die Extraleistung seines Schützlings. Der Coach war am Ende dann echt bedient nach circa acht Stunden dauernden Straßenschlachten seiner Athletinnen und Athleten, zuerst mit zwei zehn Kilometern Läufen, dann mit dem Nervenkrieg im Marathon und am Ende mit zwei aufreibenden Rennen über die Halbmarathondistanz.

Exakt im letzten, dem B-Rennen mit den besten Frauen am Start, explodierte mit Domenika Mayer eine der Seinen und bohrte mit einem Leistungsquantensprung auf 1:09:51 Stunden ein ganz dickes Brett auf den 21,1 Kilometern. Damit rückte die „Meni“ Mayer ihrer Teamkollegin Miriam Dattke bis auf neun Sekunden auf den Pelz. Unter 1:10 zu bleiben, war bisher überhaupt in der Geschichte des nationalen Halbmarathons nur zehn weiteren Frauen beschieden. Mit einer Steigerung um grandiose 2:42 Minuten schob sich die Telis-Frau direkt in die absolute deutsche Straßenlaufspitze. „Ich bin geflasht, einfach sprachlos, wie soll denn das noch weitergehen“, lautete der Kommentar ihres Heimtrainers und Ehemanns Christian Mayer, der seit mehr als einem Jahr eng in der Regensburger Laufgruppe mitarbeitet und das tolle Teamworking bei den Blauen durchaus „zu schätzen weiß“. Besonders bedankte sich die zweifache junge Mutter bei ihrem „Hasen“ Tim Ramdane Cherif, der sich nach sehr schnellen zwölf Kilometer als Boch-Tempomacher nicht zu schade war, sich noch einmal satte 21 Kilometer für seine Mannschaftskollegin in den Wind zu stellen und eine punktgenaue Pace anzubieten.

Die durchaus ansehnlichen Leistungen der Telis-Leute kamen an so einem Tag fast unter die Räder. Über zehn Kilometer zog sich die noch Jugendliche Emma Heckel mit 35:02 Minuten sehr gut aus der Affäre, Junior Benedikt Brem bewältige die Strecke in 31:26 Minuten, Konstantin Wedel haderte bei seinen 29:34 Minuten ein wenig mit dem Feld, „weil es keiner auf Grund des Windes schnell machen wollte“, und Franziska Stemmer beendete die vier Runden in 38:32 Minuten. Im Halbmarathon gelang es Dominik Notz trotz aller Widrigkeiten erstmals mit 1:03:45 Stunden unter den magischen 1:04 Stunden zu bleiben. Er ist damit der fünfte Telis-Mann, der in der LG-Geschichte diese durchaus respektable Schallmauer bezwungen hat. Teamkollegin Svenja Ojstersek schaffte die 21,1 Kilometer in 1:18:Stunden. Halbmarathon-Novize Max Zeus musste fast die ganze Strecke alleine gegen den Wind ankämpfen und war am Ende dennoch mit seinem Debüt in 1:06:52 Stunden zufrieden.