Todesfall beim Drittligisten
Tiefe Bestürzung beim SSV Jahn Regensburg: Profi Agyemang Diawusie ist verstorben

28.11.2023 | Stand 29.11.2023, 13:41 Uhr |

Der Schock ist groß: Die Fußball-Fans trauern um Agyemang Diawusie. Foto: Imago/Janne

Schreckliche Nachricht von Fußball-Drittligist SSV Jahn Regensburg: Jahn-Profi Agyemang Diawusie ist im Alter von 25 Jahren verstorben.



„Der Verein ist geschockt und zutiefst betroffen über dieses tragische Ereignis“, heißt es in der Pressemitteilung des Klubs. „Die Jahn-Familie trauert mit den Hinterbliebenen und ist in Gedanken bei Agyemangs Familie, den Verwandten, engen Freunden und Wegbegleitern. Wegen der schrecklichen Situation und aus Respekt gegenüber seiner Familie bitten wir darum, deren Privatsphäre zu respektieren.“ Auf ausdrücklichen Wunsch seiner Familie wurden keine weiteren Angaben zur natürlichen Todesursache gemacht. Nach MZ-Informationen deutet vieles auf einen Herzinfarkt hin.

Früh ausgetauscht im Derby gegen 1860

Der Offensivspieler war am 4.November im Duell beim TSV 1860 München bereits nach 39 Minuten ausgewechselt worden. Gegen Ulm stand er danach zwar wieder im Kader, kam aber nicht zum Einsatz. Im Spitzenspiel in Dresden war er nicht mehr mit dabei. Zum letzten Mal hat er am 16. November im Test gegen Augsburg für den Jahn gespielt. Nach Informationen der Mittelbayerischen hatte Diawusie im Grünwalder Stadion über Atemprobleme geklagt und wollte daher so früh ausgewechselt werden.

Diawusie war im Sommer aus Bayreuth nach Regensburg gewechselt – hatte beim Jahn als Testspieler einen positiven Eindruck hinterlassen. „Agy“, wie ihn alle nannten, wollte seiner Karriere in der Oberpfalz wieder neuen Schub verleihen. Für den gebürtigen Berliner mit ghanaischen Wurzeln war es eine Rückkehr. Wegen des Jobs seines Vaters war seine Familie früh nach Regensburg gezogen. Mit acht ging es zum Jahn. Fünf Jahre hat er dort gespielt, wechselte dann zum Club nach Nürnberg. Mit RB Leipzig, Ingolstadt oder Dresden stehen weitere prominente Klubs in seiner Vita. Achim Beierlorzer, den Sport-Geschäftsführer der Regensburger, kannte er aus Leipziger Zeiten.

Diawusie war nicht nur Fußball-Profi, er hatte auch abseits des Platzes Erfolg. Gemeinsam mit seinem Kumpel Niklas Sommer , einem Social-Media-Star, der für Nürnberg II in der Regionalliga Bayern spielt, hat er 2023 die Modefirma Ere Studios gegründet. Das Label erwirtschaftet Millionenerträge.

Bodenständiger Typ

Diawusie, der als Geschäftsführer fungierte, trat nicht so auf, wie viele andere Gründer von Modefirmen. Anstatt Extravaganz verkörperte er Bodenständigkeit. Er beschrieb sich selbst als ehrlichen, offenen und hilfsbereiten Typen. „Ich habe aber auch mal meine fünf Minuten, in denen ich ein bisschen durchdrehe und auch mal zu Schlager abgehe, ansonsten bin ich ruhiger“, hatte er Ende Juli im Gespräch mit der Mittelbayerischen erzählt. In der Mannschaft wurde er für seine sympathische Art von seinen Kollegen sehr geschätzt. Der Schock ist groß bei den Regensburgern.