Illegaler Handel

Schmutziges Geschäft mit süßen Welpen

16.03.2021 | Stand 18.03.2021, 15:49 Uhr

Anfang März entdeckte die GPI Selb diese drei Zwergspitzwelpen in einem Kleintransporter. Foto: Polizei

Ende Februar kontrollierte die Bundespolizei am Grenzübergang Schafberg zwei Transporter mit bulgarischer Zulassung – sie entdeckten dabei sechs Hundewelpen, sie „waren augenscheinlich wesentlich jünger, als im Hundepass angegeben“ und in viel zu kleinen Transportboxen zusammengepfercht. Am Mittwoch, 3. März wurden dann drei junge Zwergspitzwelpen bei Selb im Landkreis Wunsiedel entdeckt. Neben weiteren Ungereimtheiten „waren die Hunde für eine legale Einfuhr deutlich zu jung“, so die Grenzpolizei Selb. Solche Nachrichten erreichen die Medien mittlerweile jede Woche – vor allem die Grenzregion zu Tschechien ist betroffen.

Von Ursula Hildebrand

Regensburg. „Wir warnen aktuell eindringlich davor, eine Suchanzeige auf einer Online-Plattform zu schalten. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich auf ein Welpen-Gesuch ein krimineller Anbieter meldet, ist riesig! Solche Suchanzeigen bieten für illegale Welpenhändler optimale Bedingungen, um völlig anonym kranke und viel zu junge Tiere äußerst gewinnbringend zu verkaufen“, warnt die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“. Hier ist das Problem des illegalen Welpenhandels kein unbekanntes. Die Organisation „verzeichnete im vergangenen Jahr insgesamt 767 illegal eingeführte oder illegal gehaltene Hunde und Katzen – die meisten stammen aus dem osteuropäischen Ausland – die bei Kontrollen in Deutschland entdeckt wurden“, so die Mitteilung. Man geht aber von einer hohen Dunkelziffer aus.

Immer wieder kommt es zu Aufgriffen – meist in Grenznähe. Doch auch weiter entfernt von der Grenze tummeln sich dubiose Anbieter. Am 10. März 2020 ging der Polizei zum Beispiel in Schierling eine dubioser Händler ins Netz. Er hatte auf einer Internetplattform zwei Beagle-Welpen zum Kauf angeboten. Das bemerkte eine besorgte Hundeliebhaberin und informierte die Polizei.

Den Leidensweg, den diese kleinen Hunde in ihrem kurzen Leben bereits hinter sich haben, mag man sich gar nicht vorstellen: „Beim illegalen Welpenhandel werden die Tiere unter grausamen Bedingungen produziert, damit das Geschäft mit den Hundebabys so lukrativ wie möglich ist. Die Hundebabys werden in dreckigen Verschlägen und Kellern geboren, bekommen keine Impfungen oder Zuneigung. Wenn die Tiere dann viel zu jung von ihren Müttern getrennt werden, sind viele krank und viel zu schwach, um die Reise quer durch Europa zu überleben“, schildert „Vier Pfoten“. „Die ahnungslosen Käuferinnen und Käufer werden vorsätzlich getäuscht und zahlen häufig mehrere Hundert Euro für einen Welpen – selbst, wenn es weder Kaufvertrag noch Papiere gibt. Viele der Welpen sterben bereits nach nur wenigen Tagen oder leiden ihr Leben lang an den dramatischen Zuständen, die sie in ihren ersten Lebenswochen erleiden mussten.“

Wer sich also einen Hund als neues Familienmitglied aussuchen möchte, der sollte darauf achten, dass das Tier aus einer legalen Zucht kommt. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Welpen gesund sind und nicht zu früh von der Mutter getrennt werden. Stutzig sollten potentielle Käufer werden, wenn der Preis, der für das Tier aufgerufen wird, einem Schnäppchen gleichkommt. „Vor allem über das Internet werden die Welpen massenhaft zu Dumping-Preisen gehandelt. Ein gesunder und sorgfältig aufgezogener Welpe hat seinen Preis“, warnt das Bayerische Umweltministerium!