Plüschtiere fliegen aufs Eis
Die Eisbären Regensburg jubeln nach dem 13. Heimsieg in Serie: Das Saisonziel ist frühzeitig erreicht

11.02.2024 | Stand 11.02.2024, 19:40 Uhr

Nach 433 Sekunden und dem ersten Eisbären-Tor flogen die Plüschtiere in der Donau-Arena aufs Eis. Die Spieler (hier Sandro Mayr) sammelten fleißig mit ein. Foto: Andreas Nickl (2)

Vor 4467 Zuschauern in der Donau-Arena haben die Eisbären Regensburg nicht nur ihren zweiten Tabellenplatz in der zweiten Eishockey-Liga mit einem 7:3 (2:2, 2:0, 3:1) gegen den EC Bad Nauheim weiter gefestigt, sondern auch die letzten theoretischen und rechnerischen Zweifel am DEL-2-Erhalt beseitigt.



Trainer Max Kaltenhauser begab sich deswegen auch mit auf die Ehrenrunde in der Donau-Arena. „Schön, dass wir planen können“, sagte er. „Ich will aber keine großen Reden schwingen. Das gehört sich nicht. Wir jetzt einfach so lange mitspielen wie wir es dürfen.“

Weiter geht es nach drei freien Tagen für das Team nun am Sonntag (14 Uhr) beim Freiluft-Winter-Game in Klingenthal gegen die Lausitzer Füchse. Das nächste Heimspiel steht erst am 25. Februar an.

In der ersten Reihe mit Marvin Schmid und Kapitän Nikola Gajovsky meldete sich David Booth zurück aus dem Krankenlager, für den Kevin Slezak wieder die vierte Youngster-Reihe komplettierte. In der Verteidigung spielte diesmal wieder Patrick Demetz, Andre Bühler und Lucas Flade waren nicht im Kader.

Imposante Heimserie

Eine Frage des Spätnachmittags war, wann die Plüschtiere zum Teddybear-Toss aufs Eis fliegen würden. Die Unterbrechung nach dem ersten Eisbären-Tor war auserkoren. Dazu galt es die imposante Heimserie zu bewahren: Seit dem 1.Dezember hatten alle anderen zwölf DEL-2-Teams außer Bad Nauheim, das mit fünf Punkten aus den letzten fünf Spielen aktuell das zweitformschwächste Team der Liga war, ihr Glück versucht und waren mit dem Vorhaben gescheitert, den Sieg zu entführen.

Die erste Frage war auch schnell geklärt: Nach 433 Sekunden flogen jede Menge Plüschtiere aufs Eis, die die Rengschburger Herzen jetzt an Kinder verteilen können. Abbott Girduckis hatte bedient von Andrew Yogan eine Zwei-gegen-eins-Situation genutzt. Und als 190 Sekunden später noch einmal Girduckis den Puck zum zweiten Mal in die Maschen hämmerte – vorbereitet von Corey Trivino und Yogan mit seinem 70. Skorerpunkt der Saison – schien alles in gute Bahnen gelenkt zu sein.

Doch der Schein trog: Die Roten Teufel aus Hessen hatten schon zuvor ihre Möglichkeiten, waren nur nicht so effektiv wie die Eisbären. Kurz vor dem 1:0 hatten zum Beispiel Kevin Orendorz und der Ex-Regensburger Fabian Herrmann, der knapp vorbeischoss, gute Möglichkeiten. Zudem wirkten die Eisbären in der Abwehr nicht sattelfest: So waren der Anschluss, als Christopher Fischer erfolgreich war, und das 2:2 von Orendorz, der Eisbären-Keeper Tom McCollum im kurzen Eck überraschte, durchaus verdient – und binnen 96 Sekunden war das Spiel mit einem Schlag wieder ausgeglichen.

Aufmerksamer in der Abwehr

Und es wogte im zweiten Drittel weiter hin und her. Nauheims Verteidiger Kevin Schmidt traf nach 45 Sekunden die Latte, Gajovsky scheiterte 40 Sekunden später an Keeper Maximilian Meier. Auch Andrew Schembri fand im hessischen Schlussmann erst seinen Meister und überwand ihn Sekunden später doch zum 3:2 (22:54). Und weil Yogan den Puck nach 28:47 Minuten ins Netz wuchtete, war ein zweites Mal ein Zwei-Tore-Vorsprung geschafft, den die Oberpfälzer diesmal mit mehr Abwehr-Aufmerksamkeit auch in die zweite Pause brachten.

Die Regensburger blieben auch im Schlussabschnitt am Drücker. Trivino hätte schon erhöhen können (45:00), Girduckis tat es mit seinem dritten Tor des Tages in Zusammenarbeit mit seinen beiden Reihenkollegen dann 20 Sekunden später. Damit war der Weg zum 13. Heimsieg hintereinander bereitet, auch wenn Ex-EVRler Fabian Herrmann mit seinem Anschlusstreffer mitten in einer Jubelphase des Regensburger Anhangs zum 3:5 den Abstand noch einmal verkürzte (50:52). Doch schon 84 Sekunden später antworteten die Hausherren und Trivino machte das halbe Dutzend Eisbären-Tore voll. Das Überzahltor von Kevin Slezak bedeutete den 7:3-Schlusspunkt (57:54).

Statistik: Regensburg – Bad Nauheim 7:3 (2:2, 2:0, 3:1)

Eisbären Regensburg:
McCollum – Heider, Hammond; Weber, Tippmann; Demetz, Schütz; Mayr – Booth, Schmid, Gajovsky; Yogan, Trivino, Girduckis; Ontl, Heger, Schembri; Schmidt, Grimm, Slezak

Rote Teufel EC Bad Nauheim: Meier – Dersch, Erk; Fischer, Kevin Schmidt; Seifert, Stephan; Hafenrichter – Hickmott, Herrmann, Orendorz; Gerlach, Coffman, Sylvester; Körner, El-Sayed, Lautenschlager; Reiner, Steck

Tore: 1:0 (7:13) Girduckis (Yogan-Trivino), 2:0 (10:23) Girduckis (Trivino-Yogan), 2:1 (15:05) Fischer (Coffmann-Gerlach), 2:2 (16:41) Orendorz (Hickmott-Erk), 3:2 (22:54) Schembri (Ontl-Demetz), 4:2 (28:47) Yogan (Weber-Girduckis), 5:2 (45:20) Girduckis (Trivino-Yogan), 5:3 (50:52) Herrmann (Hickmott-K. Schmidt), 6:3 (52:16) Trivino (Yogan-Girduckis), 7:3 (57:54) Slezak (Grimm bei 5-4)

Schiedsrichter: Alexander Singer/Daniel Harrer. – Zuschauer: 4467. – Strafminuten: Regensburg 6 – Bad Nauheim 6