Regensburger Seenotretter
Libysche Küstenwache bedrängt Boot: Dramatischer Mittelmeer-Einsatz für „Sea-Eye 4“

01.11.2023 | Stand 02.11.2023, 12:37 Uhr

Die „Sea-Eye 4“ hat bislang 17 000 Menschen in Seenot an Bord genommen. Die Seenotrettungsorganisation plant für dieses Jahr wieder mehrere Rettungsaktionen im Mittelmeer. Sie muss dafür allerdings Spendengelder einsammeln.  − Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Die Regensburger Seenot-Rettungsorganisation Sea-Eye berichtet von einem dramatischen Einsatz im Mittelmeer. Am Sonntagabend sei die „Sea-Eye 4“ mit 48 Überlebenden und vier Toten an Bord im Hafen von Vibo Valentia in Kalabrien eingelaufen. Die Rettung sei von der libyschen Küstenwache gestört worden, teilt Sea-Eye am Mittwoch mit.



Die libysche Küstenwache habe ein Schlauchboot in Seenot mit 50 Personen so sehr bedrängt, dass Panik ausgebrochen sei. Mehrere Menschen seien ins Wasser gestürzt. Vier Personen hätten laut Sea-Eye nur noch tot aus dem Schlauchboot geborgen werden können.

Küstenwache „extrem aggressiv“

Die Libyer hätten „extrem aggressiv“ agiert und die „Sea-Eye 4“ unter Androhung von Gewalt aufgefordert, den Schauplatz in internationalen Gewässern zu verlassen. Wäre das Rettungsschiff nicht vor Ort geblieben, wären noch mehr Menschen gestorben, hieß es aus Regensburg.

Die italienischen Behörden hätten der Organisation eine Geldstrafe von 3000 Euro auferlegt, weil sie die libyschen Anweisungen nicht befolgt hätten, erklärt Sea-Eye. Gegen dieses rechtlich nicht haltbare Vorgehen werde die Organisation klagen.

− dpa