Konjunktur
IHK-Betriebe in Ostbayern erwarten nur eine „kleine Aufhellung“

Das Investitionsklima hat sich erneut abgekühlt

14.05.2024 | Stand 15.05.2024, 10:44 Uhr
Gerd Otto

Der Bau schwächelt, die Wirtschaft ist zurzeit in schlechter Stimmung. Foto: dpa

Auch wenn die Unternehmen aus dem Bereich der IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim in Bezug auf die Geschäftserwartungen von einer „kleinen Aufhellung“ ausgehen: „Aktuell halten sich Pessimisten und Optimisten in der Region die Waage!“



Jedenfalls verweist Hauptgeschäftsführer Jürgen Helmes als Fazit des neuesten Konjunkturberichts der Kammer darauf, dass immerhin 23 Prozent der befragten Betriebe eine steigendende Kapazitätsauslastung erwarten, während sich das Investitionsklima erneut abkühlen dürfte.

Immerhin noch positiv



Mit Blick auf die Kurve der derzeitigen Geschäftslage bei den Unternehmen wurde für die Oberpfalz und den Landkreis Kelheim zwar ein erneuter Rückgang um 16,4 Punkte ermittelt, immerhin aber bleibt sie im positiven Bereich. Lediglich das Beherbergungsgewerbe und der Tiefbau berichten seit Jahresbeginn 2024 wieder von besseren Geschäften. Dagegen schwächeln, so betont die IHK, ganze Industriebereiche, und mit ihnen ihre Lieferketten.

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Als tragende Säule der regionalen Wirtschaft verweist die IHK auf den Dienstleistungssektor, der ebenfalls unter den gestiegenen Personal- und Materialkosten leide. Dagegen schlagen sich hier die sinkenden Energie- und Rohstoffpreise noch nicht positiv durch. Insbesondere vor dem Hintergrund des Nahost-Konflikts kommt den Rohstoffpreisen eine ganz besondere Bedeutung zu. Andererseits rückt die Erschließung neuer Märkte im Nahen und Mittleren Osten verstärkt in den Fokus der heimischen Unternehmen. „Der Trend zu mehr Auslandsinvestitionen bei gleichzeitig sinkenden Inlandsinvestitionen setzt sich denn auch fort“, beobachtet Jürgen Helmes. Die Prognosen der heimischen Exportbetriebe werden insgesamt jedoch als „sehr vorsichtig“ bewertet. So erwarten lediglich die Produzenten von Vorleistungsgütern in den nächsten Monaten eine Zunahme an Aufträgen. Als Treiber werden von dem Konjunkturbericht dabei Nord-, Mittel- und Südamerika genannt, „und mit deutlichem Abstand China.“

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Standort-Nachteile beklagt



„Unkalkulierbare Weichenstellungen in der Bundespolitik, die chinesische Exportoffensive im Hightech-Segment und die Auswirkungen der US-Wahlen verunsichern weite Teile der Wirtschaft“, beobachtet IHK-Chef Helmes. Die insgesamt rückläufigen Planungen der Unternehmen hätten ihren Grund in den Standort-Nachteilen, etwa bei Energie und Personal. Der Spielraum für die Weitergaben von Kosten sei mit Ausnahme des Dienstleistungsbereichs im Vergleich zum Vorjahr enger geworden.

Zu den Top-3-Risiken für die weitere Konjunkturentwicklung in Ostbayern gehören neben der Inlandsnachfrage vor allem die wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen sowie der Fachkräftemangel. Positive Signale gehen derzeit vom Dienstleistungssektor, aber auch vom Maschinenbau oder der Elektroindustrie aus.