Statistik veröffentlicht

Gewalt gegen Oberpfälzer Polizeibeamte nimmt zu

28.05.2021 | Stand 28.05.2021, 15:46 Uhr

−Symbolfoto: dpa

In der Oberpfalz sind im Jahr 2020 mehr Polizeibeamte Opfer von Gewalt geworden. Das geht aus einer Statistik des Polizeipräsidiums Oberpfalz hervor.



Wie das Polizeipräsidium am Freitag mitteilt, wurden im Vorjahr 643 Gewalttaten gegen Polizeibeamte registriert - ein Anstieg von rund zehn Prozent im Vergleich zu 2019. Über 200 Polizisten wurden dabei „mindestens leicht verletzt“.



Widerstand und gefährliche Körperverletzung bereiten Sorge



Obwohl die Oberpfalz bayernweit am wenigsten Fälle aufweist, wird Polizeipräsident Norbert Zink deutlich: „Gewalt gegen die Oberpfälzer Polizei wird in keinster Weise geduldet“, wird er in der Mitteilung des Präsidiums zitiert. Besorgt ist er vor allem über die Zunahme von Widerstand und gefährlicher Körperverletzung. In zwei Fällen wurde nach Angriffen gegen Polizisten sogar ein Verfahren wegen eines versuchten Tötungsdelikts eingeleitet. In mehr als 40 Fällen führten die Täter Wurfgegenstände, Pyrotechnik oder sogar scharfe Schusswaffen mit sich. In über 50 Fällen wurden die Beamten bespuckt.



Auto schleift Beamten 80 Meter weit mit



Besonders drastisch sei ein Vorfall in Neustadt an der Waldnaab gewesen. Dort war ein Autofahrer kontrolliert worden, weil er im Verdacht stand, gegen die Ausgangsbeschränkung verstoßen zu haben. Weil der Mann androhte, gegen einen Baum zu fahren, wollte ein Polizist den Schlüssel ziehen. Der Fahrer aber gab Gas und schleifte den Beamten rund 80 Meter weit mit. Er wurde dadurch laut Polizei „erheblich verletzt“. Der Fahrer wurde bereits sechs Wochen später verurteilt: Er erhielt ein Jahr Haft mir dreijähriger Bewährungszeit. Zudem muss er 150 Arbeitsstunden leisten und die Fahrerlaubnis wurde ihm für zwei Jahre entzogen.



„Dieser Fall zeigt zum einen das Ausmaß von Gewalt gegen Polizeibeamte, zugleich aber auch die effiziente und professionelle Abwicklung des Verfahrens durch die Justizbehörden“, so Polizeipräsident Norbert Zink. „Wir werden alles tun, damit unsere Beamtinnen und Beamten noch besser vor Anfeindungen und Angriffen geschützt werden.“


Die Fallzahlen nach Stadt und Landkreis:

Stadt Amberg: 50 Fälle (2019: 67)
Stadt Regensburg: 211 Fälle (173)
Stadt Weiden: 72 Fälle (61)
Lkr. Amberg-Sulzbach: 32 Fälle (29)
Lkr. Cham: 58 Fälle (53)
Lkr. Neumarkt i.d.OPf.: 33 Fälle (28)
Lkr. Neustadt a.d.WN: 33 Fälle (28)
Lkr. Regensburg: 54 Fälle (50)
Lkr. Schwandorf: 76 Fälle (83)
Lkr. Tirschenreuth: 24 Fälle (21)