Konkrete Fragen warnen Opfer

Ein Geldumschlag soll Trickbetrügern das Handwerk legen

19.05.2021 | Stand 19.05.2021, 11:31 Uhr

Mit gezielten Fragen weist der Geldumschlag auf mögliche Betrugsmaschen hin. Dadurch soll vermieden werden, dass Senioren darauf hereinfallen. −Foto: Polizeipräsidium Oberpfalz

Um der steigenden Zahl an Telefonbetrügern Einhalt zu gebieten und Senioren vor hohen finanziellen Schäden zu bewahren, unterstützt die Polizei Oberpfalz die Aktion „Geldumschläge“.

Denn immer wieder werden laut Polizei insbesondere ältere Menschen um ihr Erspartes gebracht. Vor diesem Hintergrund beteiligt sich die Oberpfälzer Polizei an der Aktion „Geldumschlag für Senioren“. Vor allem ältere Mitbürger sollen so bei der Abhebung von großen Geldbeträgen am Bankschalter auf das Phänomen aufmerksam gemacht werden.





„Rate mal, wer hier spricht?!“ - Mit diesen Worten oder ähnlichen Formulierungen täuschen Trickbetrüger ein Verwandtschaftsverhältnis vor und fordern telefonisch dazu auf, einer fremden Person hohe Geldsummen zu übergeben. Dafür überlegen sie sich die raffiniertesten Geschichten und setzen ihre Opfer auch durch Vortäuschen eines Notfalls unter Druck, warnt das Polizeipräsidium Oberpfalz. Häufig werden aktuelle Ereignisse wie kostspielige Corona-Impfungen als Druckmittel eingesetzt. Betrüger lassen sich ständig neue Methoden und Geschichten einfallen, um sich weiter zu bereichern. Dadurch können hohe und existenzbedrohende Vermögensschäden entstehen.



Bankangestellte informieren zwar, Betrüger sind aber gerissen



Da es sich oft um hohe Bargeldsummen handelt, wird das Geld von Senioren kurz zuvor bei der Hausbank abgehoben. Viele Bankangestellte sind zwar bereits informiert und weisen gerade ältere Menschen bei ungewöhnlich hohen Abhebungen auf mögliche Betrugsmaschen hin. Den Tätern gelingt es leider aber immer wieder, ihre Opfer so zu instruieren, dass der Betrug nicht sofort ersichtlich wird. So gelang es auch am 12. Mai einen Telefontrickbetrüger von einem älteren Ehepaar aus Amberg eine niedrige fünfstellige Bargeldsumme zu ergaunern. Eine Frau gab sich am Telefon als Tochter des Paares aus und setzte die Senioren unter Druck.

Der „Geldumschlag für Senioren“ soll solche Betrugsfälle künftig aufdecken und vermeiden. Auf einem eigens gestalteten Briefumschlag befinden sich Fragen, um potenzielle Opfer zum Nachdenken anzuregen. Er ist so strukturiert, dass er sämtliche Betrugsvarianten wie Enkeltrick, Gewinnversprechen, Schockanrufe oder falsche Polizeibeamte berücksichtigt. Der Umschlag soll dort präventiv zum Einsatz kommen, wo die Opfer im Vorfeld so angeleitet wurden, dass die Bankbeschäftigen keinen konkreten Verdacht hegen können.



Geld soll bei hohen Abhebungen immer in den Spezialumschlag

Die Geldumschläge werden in großer Stückzahl im Laufe der Woche den teilnehmenden Banken, unter anderem Volks- und Raiffeisenbanken, Sparkassen, Sparda-Bank Ostbayern, durch die örtliche Polizei zur Verfügung gestellt und entsprechend verteilt, so das Präsidium.

Vor allem bei größeren Bargeldabhebungen durch ältere Menschen am Bankschalter ist geplant, dass Bankmitarbeiter das Geld immer in diesen Umschlag legen und zukleben. Zusätzlich wird vor der Übergabe des Umschlags auf die aufgedruckten Fragen aufmerksam gemacht.

Außerdem ist geplant, Angehörige zu informieren, damit diese ihre Eltern und Großeltern zusätzlich aufklären können.



Polizei gibt Tipps zum richtigen Verhalten

Um kein Betrugsopfer zu werden, rät die Oberpfälzer Polizei zusätzlich, bei Anrufen immer ein gesundes Misstrauen walten zu lassen. Die Polizei betont,dass diese niemals unter der Rufnummer 110 anruft und für Ermittlungen kein Bargeld verlangt. Sollte ein angeblicher Polizeibeamter am Telefon ähnliches verlangen oder den Angerufenen unter Druck setzen, ist es ratsam, aufzulegen.
Wenn angebliche Verwandte sofortig Geld fordern, ist es ratsam, misstrauisch zu bleiben. Geld oder Schmuck sollte zudem nie an Unbekannte übergeben werden. Im Zweifel oder bei Verdacht auf einen Betrug sollte die Polizei unter 110 angerufen werden.

− nis