Auch in der Pandemie

Das „Medikament Zuneigung“ darf nicht fehlen

10.03.2021 | Stand 18.03.2021, 16:40 Uhr

Foto: Matthias Fischer

Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) ist als Standort der Hochleistungsmedizin weit über Regensburg und die Region hinaus bekannt. Neben der medizinischen Versorgung behandelt das UKR seine Patienten mit einem besonders wertvollen Medikament – der Zuneigung durch Angehörige.

Von UKR/Pressemitteilung

Regensburg. Medizinische Versorgung ist im Krankheitsfall natürlich das A und O. Dies garantiert das UKR mit moderner Diagnostik, mit medikamentösen, interventionellen und intensivmedizinischen Therapien sowie mit hoher pflegerischer Qualität als Maximalversorger für die gesamte ostbayerische Region. Die Bedürfnisse von Patienten gehen jedoch weit über eine optimale stationäre Betreuung hinaus. Für Patienten, die aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung oder Verletzung oft wochen- oder monatelang im UKR verweilen, ist die gemeinsame Zeit mit Familie und Freunden ein sehr wichtiges Medikament. „Das Universitätsklinikum Regensburg ist in besonderer Weise auf Krebserkrankungen, Transplantationsmedizin, Intensivmedizin und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems ausgerichtet und versorgt viele Unfallverletzungen. So durchläuft ein Großteil unserer Patienten komplizierte und teils langwierige Therapien, die oft nur zu meistern sind, wenn der Patient eng von Familie und Freunden begleitet wird“, erläutert Professor Dr. Oliver Kölbl, Ärztlicher Direktor des UKR. Gestützt wird diese Erfahrung auch von wissenschaftlichen Untersuchungen, die bestätigen, dass ein Patient den Kampf gegen eine schwere Erkrankung umso besser aufnimmt, je enger er von vertrauten Personen dabei unterstützt wird.

„Wir versuchen deshalb, beispielsweise über unsere Besuchszeiten so viel Nähe wie möglich zuzulassen. Doch unsere Patienten kommen aus einem weiten Einzugsgebiet mit oft langen Wegen für die Angehörigen“, führt Professor Kölbl weiter aus. Von großer Bedeutung sei deshalb das Engagement vieler Vereine und Stiftungen, die sich durch Initiativen und Spenden um die Belange der Patienten jenseits der Medizin kümmern. Besondere Projekte, die das Medikament „Zuneigung“ am UKR nachhaltig stärken, sind das Patientenhaus der Leukämiehilfe Ostbayern e. V. und das Elternhaus des Vereins zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder Ostbayern e. V. (VKKK).

Patientenhaus und VKKK-Elternhaus – Orte der Ruhe und Geborgenheit

Wenn die kleinen und großen Patienten aufgrund ihrer Krankheit nicht im gewohnten heimischen Umfeld sein können, muss dieses eben ein Stück weit zu ihnen kommen. Das Patientenhaus der Leukämiehilfe und das VKKK-Elternhaus bieten für Angehörige kostengünstige Übernachtungsmöglichkeiten an. Beide Häuser befinden sich direkt auf dem Klinikgelände, sodass der Besuch am Krankenbett fußläufig möglich ist. Die lichtdurchfluteten und liebevoll eingerichteten, teils behindertengerechten Appartments sind mit Dusche und WC ausgestattet und lassen durch ihre großen Fenster ins Grüne blicken. Außerdem gibt es Räume zum Wohnen, Kochen und Essen, die von den Bewohnern gemeinschaftlich genutzt werden können und somit auch Begegnung und Austausch ermöglichen.

Übernachtungsmöglichkeiten für Angehörige und ambulante Patienten
Das VKKK-Elternhaus besteht seit 2010 und umfasst 23 Elternappartements sowie ein Familienappartement. Es steht Eltern zur Verfügung, deren Kinder in der Kinder-Universitätsklinik Ostbayern (KUNO) am UKR stationär behandelt werden. „Egal, wie weit der Wohnort der Familie entfernt liegt, die unmittelbare Nähe zu einem schwer kranken Kind ist für alle Beteiligten ein wichtiger Faktor bei der Bewältigung der schweren Zeit“, so Professor Dr. Franz-Josef Helmig, Vorsitzender des VKKK.

Das Patientenhaus der Leukämiehilfe Ostbayern, das 2018 eröffnet wurde und bisher bundesweit einmalig ist, ist das Pendant hierzu. Es bietet Angehörigen erwachsener Patienten sowie ambulanten Patienten mit weiter Anreise mit 14 Appartements, vier Familienwohnungen und Gemeinschaftsräume. „Neben einer angenehmen Unterkunft fördern wir in besonderer Weise auch den Austausch und die Erholung der Angehörigen, unter anderem mit Yoga-Angeboten. Kinder krebskranker Eltern werden dort in einer speziellen Sprechstunde betreut“, erklärt Professor Dr. Reinhard Andreesen das Patientenhaus als einen Ort der Ruhe und Geborgenheit.

Mehr Infos zum Patientenhaus der Leukämiehilfe und zum VKKK-Elternhaus finden Sie unter www.leukaemiehilfe-ostbayern.de bzw. www.vkkk-ostbayern.de.