Besondere Verdienste

Chams Landrat Franz Löffler zeichnet Bürger mit Bundesverdienstorden aus

21.05.2021 | Stand 21.05.2021, 13:39 Uhr

Agnes Niebler erhielt von Landrat Franz Löffler das Bundesverdienstkreuz für ihren besonderen pflegerischen Einsatz im Bereich der Behindertenarbeit und Hospizbegleitung, den sie ehrenamtlich ausführt. −Fotos: Landratsamt Cham

Vier Bundesverdienstorden hat Landrat Franz Löffler an Chamer Bürger im Landratsamt verliehen. Grund für die Auszeichnungen ist das soziale Engagement der Preisträger.

Die Übergabe der vier Verdienstmedaillen fand einzeln und unter Einhaltung der Corona-Auflagen im Landratsamt Cham statt.
Bei der Verleihung im Großen Sitzungssaal zeigte sich Landrat Löffler sichtlich erfreut über das hohe Maß an Engagement der Ausgezeichneten. Er sei stolz darauf, dass sich Bürger aus dem Landkreis Cham in den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen so stark engagieren.
„Unser Land und unser Landkreis leben von diesem freiwilligen Einsatz und der Bereitschaft, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen – das ist gerade jetzt sehr aktuell.“
Geehrt wurden Agnes Niebler aus Rötz, Roswitha Fischer aus Arrach sowie Johann Schmidt und Karlheinz Schröpfer aus Waldmünchen.

Großes Engagement in Hospizbegleitung und Pflege
Agnes Niebler aus Rötz engagiert sich seit vielen Jahren im sozialen Bereich und widmet ihre Freizeit der Offenen Behindertenarbeit der Barmherzigen Brüder im Landkreis Cham sowie der Mitarbeit im Hospizdienst des Caritasverbandes Cham. Sie war im Jahr 2001 Ideengeberin für einen „Tag der Begegnung“ in der Stadt Rötz, wo seit dieser Zeit alle zwei Jahre Menschen mit und ohne Behinderung zusammenkommen. Obwohl ihre Zeit als alleinerziehende Mutter eines behinderten Sohnes begrenzt ist, engagiert sich Frau Niebler seit 1995 als ausgebildete Krankenschwester auch im ehrenamtlichen Hospizdienst der Caritas, unter anderem bei der Ausbildung neuer Hospizhelfer. Die Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen ist ihr ein großes Anliegen.

Jahrzehntelange Pflegerin für den eigenen Sohn

Seit 1979 pflegt Roswitha Fischer aus Arrach ihren schwerstbehinderten Sohn Jürgen. Er benötigt Hilfe für nahezu alle Dinge des täglichen Lebens. Dabei ist seit dem frühen Unfalltod Ihres Mannes im Jahre 2001 ganz auf sich alleine gestellt. Mit großem Verantwortungsbewusstsein, unerschütterlicher Liebe und Aufopferung widmet sie sich der Pflege und den Bedürfnissen ihres behinderten Sohnes und ermöglicht ihm dadurch einen weitgehenden Verbleib in der vertrauten häuslichen Umgebung. Für diesen pflegerischen Einsatz, den Roswitha Fischer klaglos Tag für Tag erbringt, hat sie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Einsatz für Sport und Reservistenkameradschaft
Johann Schmidt aus Waldmünchen ist seit 50 Jahren mit großem Engagement vor allem für die Turnabteilung des TV Waldmünchen sowie auch für die Reservistenkameradschaft aktiv. Er gehört seit 1970 der Turnabteilung des TV Waldmünchen an. Im Jahre 1975 wurde er Leiter der Turnabteilung, etwas später folgte die Ernennung zum Oberturnwart, ein Amt das er bis 2008 inne hatte. Später im Hauptverein war er noch jahrelang als erster Kassier tätig. Unter seiner Regie nahmen die Aktiven bei einigen Oberpfalzmeisterschaften, Landesturnfesten sowie beim Deutschen Turnfest in Frankfurt und in Berlin teil.
Nach dem Wehrdienst im Jahre 1976 trat Johann Schmidt der Reservistenkameradschaft Waldmünchen (RK) bei. Er wurde im März 1977 zum 2. Vorstand und im Jahre 1981 zum 1. Vorstand gewählt. Im selben Jahr folgte auf seine Initiative die Übernahme der Sammlungen für die Kriegsgräberfürsorge und die Gestellung von Abordnungen am Kriegerdenkmal an den Volkstrauertagen, die bis heute durchgeführt werden. Im Jahre 2002 wurde Johann Schmidt schließlich zum stellvertretenden Landesvorsitzenden des Bayerischen Reservistenverbandes gewählt. Eine Funktion, die er bis 2018 ausübte. Noch heute ist er 1. Vorsitzender der RK Waldmünchen.
Wichtiger Beitrag zur Heimatforschung

Seit über 30 Jahren ist Karlheinz Schröpfer aus Waldmünchen ehrenamtlich in vielen Bereichen des kulturellen Lebens im Landkreis Cham aktiv und hat zahlreiche Publikationen veröffentlicht. In unermüdlicher Kleinarbeit hat sich Karlheinz Schröpfer der historischen Figur des „Obristen Trenck der Pandur“ aus dem österreichischen Erbfolgekrieg angenommen und Verbindungen zur Geschichte seiner Heimatstadt Waldmünchen hergestellt. So war er von 1988 bis 1997 zweiter Vorsitzender des Vereins Grenzland- und Trenckmuseum Waldmünchen e.V., ehe er den Vorsitz übernahm und den Verein bis März 2018 führte. Im November 2001 konnte nach langer Anlaufzeit in Waldmünchen das Grenzland- und Trenckmuseum eröffnet werden. Viele der 4000 Exponate, die er mit anderen Vereinsmitgliedern zusammentrug, stammen aus seiner Privatsammlung. So auch einen originalen tschechischen Wachturm aus der Zeit des Kalten Krieges. Von 2001 bis 2018 war Karlheinz Schröpfer auch Leiter des Museums.
Von 1998 bis 2015 war er als Kreisarchivpfleger des Landkreises Cham für die Gemeinden aus dem Gebiet des ehemaligen Landkreises Waldmünchen sowie weitere Gemeinden aus dem ehemaligen Landkreis Roding zuständig. Schröpfer war Initiator dafür, dass die vormals nur im Bischöflichen Zentralarchiv Regensburg einsehbaren Matrikelbücher für Waldmünchen auch vor Ort den heimischen Familienforschern zur Verfügung stehen. Bis heute engagiert er sich in der Pflege der Kontakte zu den Partnerstädten Waldmünchens und verfasste eine Broschüre über die Entstehung der Städtepartnerstadt mit Marktoberdorf. Mit seinen Verdiensten konnte Karlheinz Schröpfer einen großen Beitrag für die Heimatforschung im deutsch-tschechischen Grenzgebiet leisten.

− red