Rettungszweckverband Straubing

Intensivstationen in der Region überlastet: OPs verschoben

Deggendorfer Landrat Christian Bernreiter „sehr besorgt“

21.04.2021 | Stand 21.04.2021, 17:46 Uhr

−Foto: dpa

Die dritte Corona-Welle hat zu einer Überlastung der Intensivstationen geführt. Deshalb müssen in den Kliniken des Rettungszweckverbands Straubing nun OPs verschoben werden.



Darüber informierte das Landratsamt Deggendorf in einer Pressemitteilung. Wegen der aktuellen Belegungszahlen auf den Intensivstationen sowie einer Prognose des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit wurde vom Ärztlichen Leiter für die Krankenhauskoordinierung, Christian Ernst, die Ausweitung der Intensivkapazitäten angeordnet.


Die Anordnung gilt auch für das Donau-Isar-Klinikum. Es müssen sämtliche „elektiven“ Maßnahmen eingestellt werden, bei denen die Gefahr besteht, dass der Patient ein Intensivbett braucht. „Elektiv“ bedeutet, dass eine Verschiebung um mehrere Wochen möglich ist, ohne dass es zu einer gravierenden Verschlechterung des Gesundheitszustands kommt. Außerdem hat Ernst angeordnet, dass die OP-Kapazitäten zurückgefahren werden. Mit der Reduktion der verschiebbaren Eingriffe sollen die Kliniken dafür sorgen, dass zusätzliches Personal für die Intensivstationen zur Verfügung steht.



Betroffen sind Deggendorf, Regen sowie Stadt Straubing und Straubing-Bogen



Zum Rettungszweckverband Straubing gehören die Landkreise Straubing, Deggendorf und Regen sowie die Stadt Straubing. Laut Intensivregister waren in dem Gebiet am Donnerstag 30 Intensiv-Betten mit Corona-Patienten belegt sowie 43 mit anderen Patienten. 17 Intensivbetten waren demnach noch frei. Allerdings sind nicht alle Intensivbetten für eine Behandlung von Corona-Patienten vorbereitet.



„Corona ist eine ernstzunehmende Krankheit, die in vielen Fällen einen schweren Krankheitsverlauf, bis hin zu Tod nimmt. Wir müssen weiterhin geduldig bleiben, die Kontakte reduzieren und uns alle an die bekannten Hygieneregeln (AHA und lüften) halten. Wir können die Pandemie nur gemeinsam besiegen“, wird Landrat Christian Bernreiter in der Pressemitteilung des Landratsamts zitiert. „Wir müssen das Gesundheitssystem, vor allem unser medizinisches Personal im Krankenhaus, entlasten. Am Klinikum wird seit mehr als einem Jahr nahezu Unmenschliches geleistet. Ich kann mich hier nur bedanken“, so Bernreiter, der sich über die aktuelle Entwicklung „sehr besorgt“ zeigt.

− dz