Aufatmen in Geiselhöring

Durchbruch bei Hausarztpraxis Starke

16.04.2021 | Stand 16.04.2021, 15:25 Uhr

Oben von links: MdL Zellmeier, Anton Altschäffl, Dr. Pittrof sowie Sandra Starke und Bürgermeister Lichtinger. Mitte von links: Abteilungsleiterin Gabriele Hörl, Landrat Laumer, Klinikvorstand Betz und Staatsminister Holetschek. Unten: KVB-Vorstand Dr. Krombholz Foto: Büro Zellmeier

In einer Videokonferenz mit Gesundheitsminister Klaus Holetschek und KVB-Vorstand Dr. Wolfgang Krombholz wurde am Mittwoch die Grundlage für die Fortführung der Allgemeinarztpraxis Starke geschaffen.

Von sms/pm

Geiselhöring. Landtagsabgeordneter Josef Zellmeier, Landrat Josef Laumer und Bürgermeister Herbert Lichtinger schilderten eingangs einer Videokonferenz die Bedeutung der Praxis für einen gute ärztliche Versorgung im Stadtgebiet von Geiselhöring und verwiesen auch auf die große Unterstützung in der Bevölkerung. Staatsminister Holetschek wies darauf hin, dass er und Abteilungsleiterin Gabriele Hörl sich in den letzten beiden Wochen intensiv mit der Situation beschäftigt und nach einer Lösung gesucht hätten.



Dies sei aber aufgrund der vorhandenen Regelungen gar nicht so einfach. Zuerst wurden die Möglichkeiten für eine Verlängerung der abgelaufenen Übergangsregelung erörtert. Nachdem die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) dafür keinen rechtlichen Spielraum sah, wurde der Vorschlag von Robert Betz besprochen. Als Vorstand der Kreiskliniken erklärte er sich bereit, im Rahmen des vorhandenen medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) die Praxis Starke vorübergehend weiterzuführen und sie nach Abschluss ihrer Weiterbildung als Allgemeinärztin dann im Herbst 2021 an Dr. Sandra Starke, die Tochter des verstorbenen Hausarztes Peter Starke zu übertragen.



Er betonte, dass die Kreisklinik Mallersdorf großes Interesse an einer guten hausärztlichen Versorgung in ihrem Einzugsgebiet habe und deshalb den bürokratischen Aufwand auf sich nehme. Mit diesem Konzept erklärte sich die KVB einverstanden und Staatsminister Holetschek kündigte an, dass im Rahmen der vom Freistaat Bayern eingeführten Förderung für die Ansiedlung von Landärzten voraussichtlich auch eine finanzielle Unterstützung möglich sein werde.

Lichtinger ist erleichtert

Als Niederlassungsberater der KVB für den Landkreis Straubing-Bogen sicherte Anton Altschäffl seine Unterstützung zu. Schließlich müssen noch Verträge geschlossen, rechtliche Fragen endgültig geklärt und Vertretungsärzte gefunden werden, die bis zum Herbst die Weiterführung der Praxis sicherstellen. Dr. Sandra Starke und ihre Rechtsanwältin Dr. Ute Pittrof zeigten sich erfreut, dass die angesehene Praxis Starke erhalten bleibt und im Rahmen der Familie fortgeführt werden kann.



Die jetzt gefundene Lösung sei zwar nicht die erhoffte unkomplizierte Verlängerung geworden, aber sie sei trotzdem dankbar, dass sie jetzt das Lebenswerk ihres Vaters weiterführen könne. Besonders nannte sie Landrat Laumer als Verantwortlichen für die Kreiskliniken und Staatsminister Klaus Holetschek sowie Landtagsabgeordneten Josef Zellmeier, der die erste Videokonferenz mit dem Staatsminister vor zwei Wochen organisiert und sich sehr in das Thema eingearbeitet hatte. Bürgermeister Lichtinger, der den Kontakt zu MdL Zellmeier und MdB Rainer hergestellt hatte, zeigte sich sehr über das Ergebnis erleichtert. Auch als vorübergehende Filiale des MVZ bleibe die Praxis in den bisherigen Räumen und arbeite weitestgehend mit bekanntem Personal.

Nach nur einem Tag Unterbrechung wurden die vertraglichen und personellen Hürden gemeistert und bereits am heutigen Freitag konnte der Praxisbetrieb mit Dr. Barbara Kuffner fortgesetzt werden. Sie war viele Jahre als Stationsärztin an der Kreisklinik Mallersdorf tätig und trat vor kurzem in den Ruhestand. Sie hat sich bereit erklärt, die Praxis solange im Auftrag des MVZ weiterzuführen, bis Dr. Sandra Starke im Herbst in vollem Umfang für die Patienten da sein wird.