Katzen überfahren

Anwohner in Falkenfels sagen Rasern den Kampf an

13.01.2022 | Stand 13.01.2022, 10:00 Uhr

Insgesamt 13 Kreuze wurden in Falkenfels aufgestellt. −Foto: Sieber

Von Stefan Schmidbauer

Mimi, Mia, Nani, Paule, Silver, Strolchi, Tiger, Mickey - das sind nur einige Namen von Katzen, die in den zurückliegenden Monaten in Falkenfels ums Leben gekommen sind.



Von 13 Samtpfoten, die in den zurückliegenden zwei Jahren entlang der Dorfstraße überfahren wurden, weiß Ramona Sieber zu berichten. Die Ursache ist für sie und viele andere Anwohner klar: nicht angepasste Geschwindigkeit der Autofahrer. „Es kann vorkommen, dass um 1 Uhr nachts auf der Dorfstraße jemand mit 150 Sachen durchbrettert, am Ortsende die Kurve nicht erwischt und sich überschlägt und im Graben landet. Es wird mit Autos und Lastwagen durch die Ortschaft gerauscht, dass man Angst haben muss, wenn man Spazieren geht – geschweige denn, wenn man eine freilaufende Katze hat“, so beschreibt Ramona Sieber die Situation.

Für jede Katze ein Kreuz

Gemeinsam wollen die Falkenfelser Tierfreunde nicht länger tatenlos zusehen. Sie haben den Kampf gegen die Raser aufgenommen. Ein deutliches Zeichen haben die Betroffenen an Silvester gesetzt. Entlang der Straße haben sie insgesamt 13 Kreuze aufgestellt. Eines für jede überfahrenen Katze.

„Im Dorf war große Anteilnahme“, berichtet Ramona Sieber, „viele fühlen sich durch die Raser belästigt“. Die Aktion kommt an. Viele Anwohner haben zu den entsprechenden Kreuzen Kerzen gestellt. Am Bushäuschen an der Straße haben die Betroffenen zusätzlich ein Schild angebracht: „Danke an alle Raser - wegen euch sind wir tot“, ist darauf zu lesen und es endet mit der Frage: „Was muss noch passieren?“

Ruf nach Tempokontrollen

Was dringend passieren sollte, ist für die Tierhalter keine Frage: Maßnahmen, die für weniger Raser sorgen. „Aus Gesprächen haben wir erfahren, dass sich die meisten Anwohner eine Veränderung wünschen“, sagt Ramona Sieber, „ein Kreisverkehr sowie Geschwindigkeitskontrollen waren die gängigsten Forderungen“.

Nicht nur Befürworter

Doch leider findet die Aktion in Falkenfels nicht nur Unterstützer. Am zurückliegenden Wochenende mussten die Tierfreunde eine Traurige Entdeckung machen: Unbekannte haben sich an den aufgestellten Kreuzen zu schaffen gemacht. „Die Wegkreuze wurden komplett ausgerissen und ins Feld und Graben geschmissen worden. Sogar die mit den Grabkerzen“, ist Ramona Sieber traurig. Aber die Tierfreunde lassen sich nicht entmutigen: „. Wir gaben die Kreuze nun aus dem Dreck geholt und nochmals aufgestellt“.

Wer weiß, ob die Aktion der Tierfreunde etwas zu besseren bewegen kann, all zu groß sind die Hoffnungen nicht. Aber: „Mal schauen, ob sich was verändert“, schließt Ramona Sieber.