Pilotprojekt des Verkehrsministeriums

Wasserstoff-Zentrum: Standort in Niederbayern in engerer Auswahl

28.04.2021 | Stand 28.04.2021, 12:57 Uhr

−Symbolbild: dpa

Das Verkehrsministerium sucht einen Standort für ein Innovations- und Technologiezentrum Wasserstoff. Pfeffenhausen (Landkreis Landshut) hat es unter die letzten Bewerber geschafft.



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Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will den Einsatz von Wasserstoff etwa in Autos vorantreiben. Wie der CSU-Politiker am Mittwoch in Berlin bekanntgab, sind für ein neues Innovations- und Technologiezentrum Wasserstofftechnologie (ITZ) drei Projekte in der engeren Auswahl - und zwar Chemnitz (Sachsen), Pfeffenhausen (Bayern) und Duisburg (Nordrhein-Westfalen).







Zu diesen Projekten soll in den kommenden Monaten eine Machbarkeitsstudie erstellt werden. Dem Standort des neuen Zentrums winkt laut Scheuer eine Förderung im dreistelligen Millionenbereich. Zuvor habe es insgesamt 15 Bewerbungen gegeben. Für ein Projekt in Bremerhaven, Hamburg und Stade solle eine Untersuchung mit Fokus auf die Luftfahrt und Schifffahrt gefördert werden.

Der Verkehrsminister bekräftigte seine Position, bei den Fahrzeugantrieben der Zukunft nicht alleine auf batteriebetriebene Elektroautos zu setzen - sondern auch auf den Wasserstoffantrieb per Brennstoffzelle oder über sogenannte E-Fuels. Das Verkehrsministerium könne Projekte über die Nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung mit insgesamt 1,6 Milliarden Euro fördern.

Zu Kritik an hohen Kosten für Wasserstoff sagte Scheuer: „Wasserstoff ist nicht der Champagner der Energiewende, sondern das Tafelwasser, daran arbeiten wir.“

Dagegen sagte Jens Hilgenberg, Leiter Verkehrspolitik beim Umweltverband BUND: „Gerade im Verkehrssektor dürfen jetzt keine kostspieligen Fehlinvestitionen getätigt werden. Hinsichtlich ihrer Energieeffizienz sind Batteriefahrzeuge klar im Vorteil gegenüber Fahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb oder gar Verbrennern, die mit wasserstoffbasierten E-Fuels fahren.“







„Riesenschritt Richtung Wasserstoffzentrum“



„Das ist ein Riesenschritt in Richtung Nationales Wasserstoffzentrum!“. So kommentiert Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (CSU) den Einzug Pfeffenhausens in die letzte Runde des Bundeswettbewerbs, an dessen Ende der Aufbau eines Innovations- und Technologiezentrum Wasserstoff steht.

„Der Einzug in die finale Runde verdeutlicht, wie wichtig und richtig das konsequente Werben auf allen Ebenen im Vorfeld war. Ich bin stolz, diesen Weg seit Beginn an begleitet und vorangebracht zu haben. Der Verein Wasserstoffregion Landshut hat seit Jahren für die zukunftsträchtige Wasserstofftechnologie den Boden in der Region bereitet. Wir politischen Unterstützer haben eindringlich und erfolgreich die Region Landshut als Standort für ein Wasserstoffzentrum in München und Berlin platziert. Ich freue mich ungemein, dass Pfeffenhausen und damit die ganze Region jetzt kurz vor dem großen Ziel steht“, so Radlmeier.




Mobilität von Morgen neu denken und entwickeln



Mit dem Zentrum Mobilität der Zukunft soll ein über mehrere Standorte verteilter Ort geschaffen werden, an dem die Mobilität von Morgen neu gedacht und entwickelt wird. Das Zentrum soll auf Basis neuer technologischer Möglichkeiten Antworten darauf finden, wie sich Menschen fortbewegen und Waren transportiert werden können.
Das Deutsche Zentrum Mobilität der Zukunft soll den notwendigen Freiraum schaffen, kreativ, interdisziplinär und innovativ zukunftsweisende Mobilitätskonzepte zu erdenken (Think Tank), zu entwickeln (Entwicklungszentren) und in der Praxis unmittelbar zu erproben (Praxiscampus).

Die wissenschaftliche Anbindung soll über entsprechende Lehrstühle erfolgen. Eine enge Zusammenarbeit mit der Industrie soll über gemeinsame Forschungs- und Innovationsvorhaben stattfinden sowie durch die Unterstützung bei der Gründung von neuen Unternehmen. Mögliche Entwicklungsschwerpunkte sind hierbei u.a. Wasserstofftechnologien, synthetische Kraftstoffe, innovative Logistikkonzepte und vor allem auch digitale, plattformbasierte Mobilitätskonzepte.

− ce