Umweltbelastung Straßenmüll

Schaden für Mensch, Natur und Steuerzahler

23.03.2021 | Stand 23.03.2021, 12:35 Uhr

Derzeit sammeln die „Männer in Orange“ an den Bundes- und Staatstraßen im Landkreis Landshut den Müll von Umweltsündern zusammen. Foto: Staatliches Bauamt Landshut

Das Staatliche Bauamt Landshut meldet, dass immer wieder Müll am Straßenrand entsorgt wird und macht auf die damit entstehenden Probleme sowie die hohen Kosten aufmerksam.

Von lw/vb

Landshut. Zigarettenschachteln, Pfandflaschen, Autoreifen – immer wieder müssen die Mitarbeitenden des Staatlichen Bauamts Landshut ihre Zeit dem Einsammeln von achtlos in die Natur geworfenem Müll widmen. Oft wirke es, als sei der Müll aus dem Fenster bei voller Fahrt geworfen, führt das Staatliche Bauamt Landshut in einer Presseinformation aus. Manchmal aber auch, als werde Müll neben der Fahrbahn und an Rastplätzen bewusst „wild entsorgt“. Das ist weder gut für die Umwelt, noch schön anzusehen – und kostet obendrein jede Menge Steuergelder.

Seit Anfang März säubern die Mitarbeitenden der Straßenmeisterei Landshut die Bundes- und Staatsstraßen in Stadt und Landkreis Landshut. Sie sammeln dabei Säckeweise die Relikte von Umweltverschmutzung zusammen. „Das ist ein großes Ärgernis und zählt nicht zu unseren ureigenen Aufgaben“, sagt Alfred Ottendorfer, Leiter der Straßenmeisterei: „Eigentlich sind wir für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer da. Im täglichen Betriebsdienst müssen wir unter anderem Bankette mähen, Schadstellen ausbessern und Unfall- sowie Baustellen absichern.“

Der „Frühjahrsputz“ neben den Straßen ist eine zeit- und kostenintensive zusätzliche Tätigkeit. Die Ausbeute der „Männer in Orange“ beziffert sich auf mehr als 30 große Säcke voll Müll täglich. Die anfallenden Kosten für das Staatliche Bauamt und damit letztlich für die Allgemeinheit sind enorm. Die Entsorgungsgebühren machen mit rund 5.000 Euro nämlich noch den geringsten Anteil aus: „Zwei Trupps mit jeweils vier Mann schlagen für diese Arbeit mit etwa 50.000 Euro Lohnkosten und 8.000 Euro Fahrtkosten zu Buche“, listet Alfred Ottendorfer die Posten alleine für den Monat März auf.

Stellt sich die Frage, warum die Straßenmeisterei den Müll nicht einfach liegen lässt? „Wir führen diese Arbeiten nicht zum Selbstzweck durch“, so Ottendorfer. Im Gegenteil: Vor allem Plastikmüll ist besonders schädigend für die Natur, weil er bis zu 450 Jahre braucht, um sich zu zersetzen. Leicht kann dabei Mikroplastik entstehen, in die Umwelt und durch den Naturkreislauf auch in die Nahrungskette der Menschen gelangen. Zudem zeigt sich: Liegt Abfall entlang der Straßen oder Rastplätze, wird nur zu gerne dazugelegt, zum Beispiel Autobatterien, Altreifen und Ölkanister. Diese Abfälle enthalten Chemie oder gar Giftstoffe, die wiederum schnell ins Grundwasser gelangen und so Menschen, Tiere und Pflanzen gefährden.

Hinzu kommt: „Abgesehen davon, dass es uns wenig Spaß macht, den Müll der anderen aufzusammeln, trägt diese Art der Entsorgung sicherlich nicht zu einem positiven Erscheinungsbild der Straßen bei und ist auch kein Kavaliersdelikt. Sondern eine Ordnungswidrigkeit, die mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden kann“, erläutert Alfred Ottendorfer und appelliert an die Verkehrsteilnehmer: „Wenn jeder seinen Müll sachgerecht entsorgt, profitieren alle: Menschen, Tiere, Natur – und die Steuerzahler.“