Medikamenten-Verwechslung

Patient stirbt in Heim in Niederbayern: Pfleger erneut vor Gericht

19.05.2021 | Stand 19.05.2021, 14:54 Uhr
−Foto: dpa

Fünf Jahre, nachdem ein unheilbar krebskranker Patient in einem Pflegeheim in Mengkofen nach einer Medikamenten-Verwechslung starb, stehen drei Mitarbeiter der Einrichtung erneut vor Gericht.

Um 9 Uhr begann die Verhandlung am Mittwoch am Landgericht Landshut. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hatte die Verurteilung zweier Pfleger und ihrer Chefin wegen versuchten Mordes infrage gestellt und den Fall zurück an das Landgericht Landshut verwiesen.

Der Tatvorwurf lautet nun Mord durch Unterlassen. Gegen das erste Urteil hatte nur die Schichtleiterin Revision eingelegt. Der BGH hob aber alle drei Verurteilungen auf, mit der Begründung, sie beruhten auf demselben Fehler. In dem Heim hatte eine Pflegerin dem 65-Jährigen versehentlich die Medikamente einer anderen Patientin ans Bett gestellt. Als der Fehler auffiel, hatte der Mann die Tabletten schon genommen. Die Mitarbeiterin und ihre Chefin informierten keinen Arzt. Auch ein ins Vertrauen gezogener Pfleger schwieg. Eine Woche nach der Verwechslung starb der Patient. Ob das falsche Medikament der Grund war, ließ sich nicht mehr klären.

Die Verhandlung begann mit der Verlesung des BGH-Urteils. Alle drei Angeklagten machten von ihrem Schweigerecht Gebrauch. Die Hauptverhandlung ist auf fünf Tage angesetzt.

− lnp