Hohe Corona-Zahlen

Oberbürgermeister fordert mehr Impfstoff für die Stadt Landshut

12.05.2021 | Stand 12.05.2021, 17:17 Uhr

−Symbolbild: Oliver Dietze/dpa

Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt Landshut verharrt weiter auf hohem Niveau. Oberbürgermeister Alexander Putz fordert deshalb zusätzliche Impfstoff-Kontingente für die Stadt.



Darüber informiert die Stadt in einer Pressemeldung. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) beträgt der Inzidenzwert am Mittwoch 175,7. Das ist gegenüber vergangenem Freitag zwar ein Rückgang. Allerdings sind in diesem Wert 21 weitere Fälle, die im Rahmen einer am Montag durchgeführten zweiten Reihentestung in der Gemeinschaftsunterkunft (GU) an der Niedermayerstraße ermittelt wurden, noch nicht enthalten. Berücksichtigt man auch diese Neuinfektionen läge der Wert sogar noch höher.


Der Anfang Mai festgestellte Corona-Ausbruch in der GU Niedermayerstraße, der mit den nun erfassten Neuinfektionen bereits 37 Bewohner betrifft, sei nicht hauptursächlich für das starke Infektionsgeschehen, betont das Gesundheitsamt. Demnach finden die meisten Ansteckungen nach wie vor im privaten, insbesondere im familiären Bereich, aber auch am Arbeitsplatz statt. Dazu komme ein Ausbruch in einer freikirchlichen Gemeinde mit bislang etwa einem Dutzend Betroffenen.



Putz: Impffortschritt würde Lage verbessern


Ein Blick in andere, in den vergangenen Monaten besonders hart vom Coronavirus getroffene Regionen in Ostbayern zeige, dass eine Besserung der Lage mit einem raschen Fortschreiten der Impfkampagne in direktem Zusammenhang stehe, so Putz. „Die Stadt Landshut benötigt rasch mehr Impfstoff, damit wir die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger bestmöglich schützen können. Ich appelliere daher an Bund und Freistaat, uns ebenfalls entsprechende Sonderkontingente zur Verfügung zu stellen.“


Zu berücksichtigen sei in diesem Zusammenhang auch die Sonderstellung, die Landshut als relativ kleine kreisfreie Stadt mit nur rund 73.000 Einwohnern einnehme. „Die Impfstoff-Liefermengen werden streng nach Einwohnerzahlen berechnet, entsprechend wenig Impfstoff steht uns also zu“, sagt der OB. Das sei vor allem deswegen problematisch, weil die Stadt Sitz zahlreicher Krankenhäuser, Senioren- und Pflegeeinrichtungen, aber auch von vielen weiterführenden Schulen und überregionalen Behörden sei. „Praktisch alle, die in diesen Bereichen arbeiten – seien es Pflegekräfte, Mediziner, Lehrpersonal oder Verwaltungsbedienstete – fallen in eine der drei Priorisierungsstufen und haben damit ein Anrecht, aufgrund ihres Berufs bevorzugt geimpft zu werden“, erklärt Putz.



Impfungen für Bedienstete von auswärts


Der Haken an dieser rechtlich nicht zu beanstandenden Praxis: Ein beträchtlicher Teil der Bediensteten arbeitet zwar in Landshut, wohnt aber auswärts. „Die Stadt Landshut impft also mit ihrem ohnehin knappen Impfstoffkontingent sozusagen Teile der Bevölkerung aus den wesentlich einwohnerstärkeren Nachbarlandkreisen mit“, sagt Putz. Internen Berechnungen zufolge gingen auf diese Weise bisher mehr als 2500 Impfdosen der Stadt Landshut an Personen, die gar nicht im Stadtgebiet leben.



„Das ist ein Anteil von zehn bis 15 Prozent der bisherigen Erstimpfungen. Dieser Impfstoff fehlt uns dann natürlich für die eigenen Bürgerinnen und Bürger. Dafür muss es endlich eine Kompensation durch den Freistaat geben: Das habe ich beim Gesundheitsminister auch schon wiederholt schriftlich und in persönlichen Gesprächen angemahnt, bisher aber leider ohne jeden Erfolg“, so Putz verärgert.



OB nimmt Ärzte in die Pflicht


In die Pflicht nimmt Putz indes nicht nur Bund und Freistaat, sondern auch die niedergelassenen Ärzte im Stadtgebiet. „Jetzt sind wir darauf angewiesen, dass alle Ärzte sich an der Impfkampagne beteiligen und die ihnen zustehenden Impfstoffkontingente vollständig abrufen“, so der Oberbürgermeister. „Sie sind der Schlüssel zum Erfolg.“


Aktuelle Zahlen, die Putz vom Ärztlichen Kreisverband zur Verfügung gestellt wurden, ließen in dieser Hinsicht aber noch Steigerungspotenzial vermuten. Demnach wurden von niedergelassenen Ärzten im Stadtgebiet mit Stand vom 11. Mai exakt 6473 Erstimpfungen dokumentiert. Das entspricht einem Anteil von rund 8,9 Prozent der Bevölkerung. „Damit belegen wir im Vergleich mit anderen kreisfreien Städten leider einen der letzten Plätze“, sagt Putz. „Ich habe daher alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte im Stadtgebiet bereits in einem Schreiben eingeladen, nun zusammen mit dem städtischen Impfzentrum zu den entscheidenden Faktoren der Impfkampagne in unserer Stadt zu werden“, so der OB.

− tka